Tierisch feine Klinge. Joesi Prokopetz jongliert im Programm "Gürteltiere brauchen keine Hosenträger" mit Worten und Gedanken.

Von Gabi Gröbl. Erstellt am 17. September 2019 (09:13)
Gary Milano
Joesi Prokopetz kommt am Freitag, 20. September, in den Kulturpavillon.

Am Freitag, 20. September füllt der Kabarett-Meister den Saal mit seinen kritischen, sitzenden Pointen. Die NÖN hat mit ihm über Gürteltiere und Hosenträger gesprochen.

NÖN: Der Titel „Gürteltiere brauchen keine Hosenträger“: Warum gerade Gürteltiere?

Prokopetz: Alles andere Getier braucht Hosenträger.

Tragen Sie Hosenträger?

Prokopetz: Ich finde Hosenträger, wenn man sie sichtbar trägt, machen alt; und zum alt sein brauch ich mittlerweile keine Hosenträger mehr.

Waren Sie schon einmal in Sieghartskirchen?

Prokopetz: Ich bin vor 3 Jahren immer wieder über Sieghartskirchen nach Stockerau gefahren, habe damals drei Rollen im „Lumpacivagabundus“ gespielt. Überhaupt signalisiert „Sieghartskirchen“ für mich, wie hart es für die Kirche heute ist, Siege zu erringen.

Ihre Wortgewandtheit ist legendär – haben Sie ein Lieblingswort?

Prokopetz: „Oberbefehlshaber.“ Das Wort fasziniert und erschreckt mich seit meiner Kindheit.

Sie haben mit der Zeit von Liedtexten zu Kabaretttexten gewechselt. Wie war dieser Wechsel und warum?

Prokopetz: Das Lied als Form wurde mir mit der Zeit nicht nur zu eng, sondern auch die Nachfrage ging spürbar zurück. Und von den Medien wurden meinen Texten immer schon kabarettistische Züge attestiert.

Sie sind einer der Gründer des Austropop. Wie haben Sie die Entwicklung des Austropop seit den 1970er Jahren erlebt?

Prokopetz: Sehr bewegt. Mitte/Ende der 80er war - meiner Meinung nach - der Höhepunkt des Austropop überschritten. Die Kompositionen und vor allem die Texte wurden beliebig und drifteten ins Schlagerhafte ab. Heute ist der Austropop nicht tot, riecht - für mich - aber ein wenig komisch.

Was raten Sie Künstlern, die heute Austropop machen, oder besser gesagt, machen wollen?

Prokopetz: Sich auf etwas Anderes zu konzentrieren.

Gibt es etwas, das Sie unbedingt machen möchten, es aber noch nie versucht haben?

Prokopetz: Drachenfliegen. Zu feig!

Viele weitere Antworten gibt Joesi Prokopetz in seinem Programm im Kulturpavillon.