26-Jähriger drohte: „Ich stech‘ dich gleich ab“. Gleich mehrere Straftaten hat ein 26-Jähriger begangen. Er zeigt sich geständig und wird zu neun Monaten teilbedingter Haft verurteilt. Zwei einschlägige Vorstrafen liegen vor.

Von Birgit Kindler. Erstellt am 01. Februar 2017 (04:24)
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Landesgericht St. Pölten

Wenn er in Feierlaune ist, trinkt er zwei bis drei Doppler Wein am Nachmittag. Danach wird er aggressiv und attackiert seine Mitmenschen. Jetzt sitzt ein 26-Jähriger – in Tulln geboren, derzeit aber ohne festen Wohnsitz – vor dem Richter.

Zur Last gelegt wird ihm eine ganze Latte an Delikten: gefährliche Drohung, Körperverletzung, Verstoß gegen das Waffengesetz. Einige Vorstrafen stehen zu Buche, zwei davon einschlägig.

Der Beschäftigungslose ist beim Prozess am Landesgericht St. Pölten geständig. Im August hat er die 14-jährige Schwester seiner Ex-Freundin, in Zwentendorf bedroht. „Ich stech‘ dich gleich ab!“ und „Ich bring‘ dich um!“ hat er nach reichlichem Alkoholkonsum gerufen.

Schläge standen an der Tagesordung

Grund dafür: Das Mädchen hätte vor Gericht als Zeugin gegen ihn aussagen sollen. Die Polizei nahm ihn fest, zwei Promille Alkohol wurden festgestellt.

In Traismauer hat der Angeklagte die 14-Jährige vor einem Wohnhaus geschlagen.

Schläge und Ohrfeigen hat auch seine Ex-Freundin immer wieder abgekriegt, sogar gewürgt hat er sie. „Warum haben Sie keine Handlungsalternativen?“, fragt der Richter. „Es passiert ja nur, wenn ich provoziert werde und betrunken bin. Außerdem waren es meistens nur normale Ohrfeigen“, meint der Angeklagte.

„Beim nächsten Mal scheppert‘s“

Ebenfalls angeklagt wurde der Mann wegen des Besitzes eines Schlagringes. Den soll er vor der Tullner Rosenarcade an seine 14-jährige Bekannte übergeben haben. Ein Freund hat die Übergabe beobachtet und den Schlagring an sich genommen. Jetzt sitzt auch er vor dem Richter.

„Ich wollte nicht, dass sie bestraft wird“, erklärt der 24-Jährige. Der Schlagring wurde schließlich beschlagnahmt.

Für den 24-Jährigen, ebenfalls vorbelastet durch mehrere Vorstrafen, setzt es eine 800-Euro-Geldstrafe für den Verstoß gegen das Waffengesetz.

Das Urteil für den 26-jährigen Gewalttäter: milde neun Monaten teilbedingte Haft, drei Monate muss er absitzen. Ein Fußfesselvollzug ist möglich. Außerdem muss er ein Anti-Gewalt-Training absolvieren. „Wenn sie in dieser Tonart weitermachen, wird das in einer langjährigen Haftstrafe enden, denn beim nächsten Mal scheppert‘s“, gibt ihm der Richter mit.