Nach Brandstiftung: Gutachter am Wort. In einem Prozess um Brandstiftung und Versicherungsbetrug, in dem sich ein Wirtsehepaar vor einem Schöffensenat des Landesgerichts Sankt Pölten verantworten muss, hat am Mittwoch ein Sachverständiger sein Gutachten präsentiert.

Von Redaktion APA. Erstellt am 30. Juli 2014 (13:28)
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Demnach entstand das Feuer im Gasthaus der Angeklagten im Bezirk Tulln durch die "Einbringung einer Zündquelle".

Das Ehepaar hatte sich am ersten Verhandlungstag am 13. November vor Richter Markus Pree nicht schuldig bekannt. Gutachter Franz Schneeflock stellte nun in seiner Expertise fest, dass es zwei voneinander unabhängige Brandentstehungsherde - einen im Ober- und einen im Untergeschoß - gegeben habe. Als Ursache des Feuers könne daher nur die "Einbringung einer Zündquelle infrage kommen". Der Sachverständige räumte ein, dass es auch für Außenstehende möglich gewesen wäre, das Gebäude zu betreten.

Keine brandbeschleunigenden Flüssigkeiten nachgewiesen

Als auffällig bezeichnete Schneeflock die Tatsache, dass zum Zeitpunkt des Brandes in der Nacht auf 13. März 2013 mehrere Fenster geöffnet waren. Dies sei insofern bedeutsam, als dies in der kühlen Jahreszeit nicht üblich sei. Dementsprechend habe sich das Feuer rascher ausbreiten können. Nach Angaben des Gutachters hat ein Spürhund keine brandbeschleunigenden Flüssigkeiten wahrgenommen.

Als Zeuge ausgesagt hat am Mittwoch ein Mann, der vor rund zwei Jahren Gespräche über den Verkauf seines Gasthauses an das jetzt angeklagte Ehepaar führte. Es sei zu einem Vorvertrag gekommen, allerdings zu keinem Abschluss. Der Kauf hätte nach Angaben des Zeugen über die Auszahlung einer Versicherungssumme finanziert werden sollen. Allerdings habe er keine näheren Details gekannt.

Nachdem ein Zeuge nicht erschienen war und zwei weitere sich entschuldigt hatten, wurde der Prozess auf 24. September vertagt. Dann soll unter anderem der Führer des Brandmittelspürhundes aussagen.