Erstellt am 20. Januar 2017, 05:38

von Claudia Stöcklöcker

Wegen Spielsucht ins Kriminal geschlittert. Supermarkt-Mitarbeiter war dem Spiel verfallen und griff im Tresor seines Dienstgebers zu. Urteil: Bedingte Strafe und Therapie.

NOEN

„Ich bin spielsüchtig“, sagt ein 37-Jähriger aus der Region vor einer Richterin. In einem Supermarkt arbeitete der Mann, wegen seiner Schulden griff er dort in den Tresor und sackte zwei Tageslosungen, insgesamt 10.100 Euro, ein. Veruntreuung wird ihm nun vorgeworfen im Prozess am Landesgericht St. Pölten.

„Mit meinem Einkommen bin ich mehr schlecht als recht ausgekommen. Ich hab’ nicht mehr aus und ein gewusst. Ich habe online gespielt, manchmal auch in Casinos. Vor sieben Jahren habe ich damit begonnen und es ist immer mehr geworden. Verspielt habe ich pro Woche bis zu 1.000 Euro“, erzählt der Angeklagte im Prozess. Die Beute verspielte er restlos.

Ob er damit gerechnet hat, dass die Aktionen auffliegen? „Mir war schon klar, dass das auffallen wird“, sagt er.

Um von seiner Spielsucht loszukommen, macht der 37-Jährige eine Therapie. „Zweimal bin ich rückfällig geworden, aber jetzt hilft sie mir sehr“, erklärt der reumütig Geständige. Den Schaden stottert er in Raten ab.

Um Milde für seinen Mandanten bittet der Verteidiger des 37-Jährigen. „Seit Jahren geht es rauf und runter in seinem Leben“, sagt der Rechtsanwalt.

Bis zu drei Jahre Gefängnis beträgt der Strafrahmen. Die Richterin spricht den 37-Jährigen schuldig und verhängt über den bislang Unbescholtenen fünf Monate bedingt. Die Therapie muss er fortsetzen. Mit dem Urteil sind sowohl der Staatsanwalt als auch der Angeklagte einverstanden (rechtskräftig).