Bezirk Tulln: Die Koffer sind schon gepackt. Die Reiselust der Österreicher ist groß. Reisebüros spüren einen deutlichen Aufschwung. Campingsegment erlebt Boom.

Von Helga Urbanitsch. Erstellt am 09. Juni 2021 (04:00)
Leiter des Donaupark Camping Franz Libal (r.) mit Gudrun und Christian Gugenberger aus dem Tullnerfeld, die das Campen im Wohnwagen erstmals ausprobieren.
privat, privat

Die Sehnsucht nach Sonne, Meer und unbeschwerter Urlaubszeit ist groß.

„Österreich vereinfacht das Prozedere bei Rückreise mit der 3G-Regelung derzeit laufend für viele Länder“, weiß Martin Lauermann, Leiter Vertrieb und Marketing von Raiffeisen Reisen. Darunter sind auch die beliebtesten Urlaubsziele der Österreicher wie Griechenland, Spanien, Kroatien oder Italien. „Unsere Kunden sitzen auf gepackten Koffern und wollen unbedingt wieder auf Urlaub fahren. Wir merken seit Anfang Mai einen deutlichen Aufschwung. Sowohl für Urlaube mit Eigenanreise etwa nach Italien, aber auch für Flugreisen z.B. nach Griechenland“, so Lauermann, der noch hinzufügt, dass Kreuzfahrten aufgrund der professionellen Sicherheitskonzepte stark nachgefragt sind.

Urlaub zu Hause ist ganz oben auf der Liste

„Top ausgelastet“ ist auch Donaupark Camping in Tulln. Vor allem Niederösterreicher und Wiener füllen den Platz. „Den Mobilheimpark lasten wir auch durch Zusatzangebote wie Seminare gut aus“, freut sich Campingplatz-Leiter Franz Libal.

Unter der Woche ist es ruhig zumal die internationalen Gäste noch weitgehend ausbleiben. „Vor allem die Niederländer werden erst in zwei Wochen in größerer Zahl zu uns kommen.“

Der Campingplatz-Leiter spricht von einem ausgesprochenen „Boom im Campingsegment.“ Auch der damit verbundene Fahrzeughandel läuft ausgezeichnet. Familienurlaub in der Nähe ist angesagt. „Wir beobachten viele Freundeskreise, die gemeinsam einige Tage in Tulln reservieren. Die Stimmung ist großartig, man spürt die Freude unserer Gäste.“

Die teilweise nagelneuen Häuser begeistern die Urlauber am Campingplatz zusätzlich durch perfekte Ausstattung.

„Kaum erwarten“ kann Libal die nächsten Freiheiten, wo dann endlich wieder Radtouren ohne Personenbegrenzung erlaubt sein werden.

„Die für 10. Juni in Aussicht gestellten Lockerungen geben einen erneuten Push. Helga Freund, Ruefa

Zu den Erwartungen können nur vage Prognosen abgegeben werden. „An die 30.000 Nächtigungen wären schön. Weit unter den Rekorden von 2018 und 19 – aber immerhin“, zeigt sich Libal sehr zufrieden und spricht dabei ein großes Danke an seine Dauermieter aus. „Sie bringen uns viele Freunde und Verwandte auf den Platz. Viele kommen mehrmals im Jahr.“

Tolle Unterstützung kam auch durch den Partner Taverne², der im Mai alle Camping-Gäste auf ein Willkommensgetränk eingeladen hatte.

Zurück zur Normalität heißt es auch bei den Ruefa Reisebüros: „Der Wetterfrust durch den nasskalten Frühling lassen die Buchungsanfragen deutlich steigen. Positiv stimmt zudem das Fortschreiten der Impfungen in ganz Europa, die Bemühungen um Erleichterungen bei der Reisefreiheit mit der 3-G-Regel, PCR-Tests und dem Grünen Pass sowie die umfangreichen Sicherheitskonzepte in den beliebten Ferienregionen rund ums Mittelmeer“, freut sich Helga Freund, Ruefa-Geschäftsführerin und Vorständin für alle Touristik-Bereiche der Verkehrsbüro Group.

Die für 10. Juni bzw. Anfang Juli in Aussicht gestellten Lockerungen in Österreich geben einen „erneuten Push“. „Ganz klar sehen wir – auch im Sommer 2021 steht „Urlaub zu Hause“ nochmals ganz oben auf der Beliebtheitsskala.“

Helga Freunds Tipp: Neben Urlaub am See, in den Bergen oder am Bauernhof lohnen auch heuer Citytrips in die Landeshauptstädte wieder ganz besonders. „Kultur und Events kommen im Sommer wieder, die internationalen Gäste brauchen aber noch ein wenig – ideal also für einen Städtetrip im Heimatland.“

Mit spontanen Anfragen ist man im Tullner Diamond City Hotel bereits konfrontiert.

Internationale Gäste bleiben noch aus

Auch hier ist der Aufwärtstrend deutlich spürbar, jedoch sind „viele noch zurückhaltend und erkundigen sich schon im Vorfeld nach den Stornobedingungen“, weiß Chef Christian Guzzi.

Noch bleiben die internationalen Gäste aus, aber „für den Sommer gibt es schon einige Buchungen aus Deutschland.“

„Vor Corona“, erinnert sich Hotelleiterin Victoria Hebda, „gab es Gäste aus aller Welt, aus Neuseeland und Mexiko.“

Da die 3G Regelung und die damit verbundenen Freiheiten jetzt auch international anerkannt werden, hofft der Diamond City Hotel Chef auf eine „gute Buchungslage im heurigen Sommer und viele spontane Anfragen.“

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