Bald freie Fahrt beim Donaukraftwerk Greifenstein. Verbund schließt umfangreiche Arbeiten in Greifenstein ab. Damit stehen wieder alle 18 Donauschiffsschleusen zur Verfügung.

Von Otto Sibera und Thomas Peischl. Erstellt am 23. Mai 2020 (06:13)
Ein Schimmkran der Verbund Hydro Power Gmbh bei Revisionsarbeiten am Donaukraftwerk Greifenstein.Mit Ende Mai werden wieder alle Schiffsschleusen voll betriebsbereit sein.
Peischl

Nach Altenwörth (die NÖN berichtete) schließt die Verbund Hydro Power GmbH jetzt auch die umfangreiche Revision im Donaukraftwerk Greifenstein ab.

Dank des Einsatzes der Kraftwerksmannschaft sind Turbinen und Schleusen mit Ende Mai wieder einsatzbereit – und das trotz umfassender Covid-19-Sicherheitsmaßnahmen und Verzögerungen bei Ersatzteillieferungen. Damit werden alle 18 Schiffsschleusen an der österreichischen Donau wieder einsatzbereit sein.

„Hoffen, dass Wirtschaft wieder Fahrt aufnimmt“

„Unter den schwierigen Umständen gratuliere ich der gesamten Belegschaft zur hervorragenden Arbeit. Die Belastung der Teams war groß, denn wir mussten aus Sicherheitsgründen die Kraftwerksmannschaft teilen: Eine Hälfte arbeitete an der Schleuse, die andere Hälfte im Kraftwerk. Durch die strikte Isolierung vermeiden wir eine mögliche Ansteckung, aber der Druck war groß“, so Verbund-Geschäftsführer Karl Heinz Gruber zu den außergewöhnlichen Herausforderungen.

Michael Amerer, ebenfalls Verbund-Geschäfsführer, ergänzt: „Die Donau ist die wichtigste Ost-West-Transportachse für die Wirtschaft, sowohl für den Gütertransport, als auch für den Fremdenverkehr. Wir öffnen mit dieser Maßnahme der Transportwirtschaft und den Zulieferern diese wichtige und sichere Transportmöglichkeit wieder uneingeschränkt. Wir hoffen, dass die Wirtschaft wieder Fahrt aufnimmt und sowohl Handel als auch Tourismus sich schrittweise erholen.“

Im trockenen Zustand offenbaren sich die beeindruckenden Dimensionen des Bauwerks. Die Schleusenkammern sind 230 Meter lang, 24 Meter breit und mehr als 20 Meter tief. Die stählernen Stemmtore wiegen mehr als 100 Tonnen pro Flügel und werden bis zu tausend Mal im Jahr bewegt.

Bis zu vier Schubschiffe finden in einer Schleusenkammer Platz. Ein Schleusungsvorgang benötigt ca. 60 Millionen Liter Donauwasser. Geregelt wird der Schiffsverkehr vom Personal der „viadonau“.

Augenmerk auf Dichtungen, Leitungen und Antrieben

Plangemäß begannen die Revisionsarbeiten an der linken Schleusenkammer in Greifenstein im November 2019 mit Schwimmkran und Taucher-Einsatz. Nach der Trockenlegung reinigten die Verbund-Mitarbeiter zunächst die Schleuse von Sand, Müll und Treibgut.

Neben der Inspektion der Betonwände und der Kontrolle der Stahlteile wurden sämtliche beweglichen Teile überprüft. Wo notwendig, wurden Reparaturen durchgeführt, Korrosionsschutz erneuert und Verschleißteile getauscht. Besonderes Augenmerk galt Dichtungen, Leitungen und Antrieben.

Zum Abschluss der Arbeiten werden alle Anlagen auf ihre Funktion getestet. Dazu zählen auch die Verschlüsse, die nur bei außergewöhnlich extremen Hochwässern zum Einsatz kommen, dann aber einwandfrei funktionieren müssen.