Ziegler tritt ab: Beate Jilch wird neue Bürgermeisterin. Bürgermeister Ferdinand Ziegler legt sein Amt nach zehn Jahren zurück. Gemeinderätin Beate Jilch wurde einstimmig als Nachfolgerin nominiert.

Von Lisa-Maria Hasenhindl. Erstellt am 04. September 2019 (04:36)
Hasenhindl
Shakehands vor dem Rathaus: Das Team der Volkspartei Atzenbrugg hat Beate Jilch einstimmig als Nachfolgerin für Ferdinand Ziegler nominiert. Der amtierende Bürgermeister lobt ihre Arbeit als geschäftsführende Gemeinderätin für Kultur und Soziales sowie als Obfrau der „Wir Niederösterreicherinnen“.

Nach zehn Jahren als Bürgermeister legt Ferdinand Ziegler (ÖVP) das Amt zurück. An der Spitze der Marktgemeinde soll schon bald eine Frau stehen. Nach Josefa Geiger (ÖVP) in Sieghartskirchen und Marion Török (SPÖ) in Zwentendorf wäre Beate Jilch (ÖVP) die derzeit dritte Bürgermeisterin von insgesamt 22 im Bezirk Tulln. Sie wurde vom Gemeindeparteivorstand einstimmig nominiert (die ÖVP verfügt über 17 von 21 Mandaten, vier hält die SPÖ) und war bisher für Kultur und Soziales zuständig.

Die designierte Bürgermeisterin Beate Jilch sieht der neuen Herausforderung gespannt entgegen: „Das wird sicher eine Umstellung, aber ich freue mich auf die neuen Aufgaben.“

Ziegler begann seine politische Karriere 1977 als Obmann der jungen ÖVP (JVP). Seit 1980 war der ausgebildete Landwirt im Gemeinderat tätig und unterstützte ab 1990 seinen Vorgänger Leopold Schmatz als Vizebürgermeister. „Es gab viele berührende Begegnungen in meiner Amtszeit. Doch der Moment der Verabschiedung von meinem Vorgänger, als er mich an sein Sterbebett geholt hat, hat mich sehr getroffen“, so Ziegler.

Trotz einem so tiefschneidenden Erlebnis erlebte Bürgermeister Ziegler auch viele schöne Momente: „Was soll ich Ihnen sagen? Ich hatte viele schöne Momente: Vor allem die Feier zu 60 Jahre Marktgemeinde und als ich 2016 das goldene Ehrenzeichen für Verdienste um das Bundesland NÖ vom damaligen Landeshauptmann Erwin Pröll erhielt.“

„Es gab viele berührende Begegnungen in meiner Amtszeit. Doch der Moment der Verabschiedung von meinem Vorgänger, als er mich an sein Sterbebett geholt hat, hat mich sehr getroffen“

Wenn Bürgermeister Ziegler an seine Amtszeit zurückdenkt, erinnert er sich an viele Projekte, die ihm am Herzen gelegen sind und umgesetzt wurden. Als Obmann der NMS-Schulgemeinde zählen dazu der Zubau des Kindergartens und der Schulen, aber auch die flächendeckende Wasserver- und Abwasserentsorgung mit dem Anschluss an den Abwasserverband „An der Traisen“ sowie die Modernisierung der Feuerwehrhäuser, zahlreiche Straßenausbauten und Hochwasserschutzmaßnahmen sowie Güterwegausbauten.

Nicht zu vergessen seien die Neugestaltung des Ortszentrums Heiligeneich, die Errichtung des Schubert-Kreisverkehrs und die Sanierung des Schlosses Atzenbrugg. Nicht unerwähnt lassen möchte Bürgermeister Ziegler die Schaffung von Wohnraum, wodurch der Zuzug in die Gemeinde Atzenbrugg ermöglicht wurde.

„Nach zehn, für mich persönlich intensiven, Jahren möchte ich das Amt des Bürgermeisters mit 30. September in die Hände der nächsten Generation übergeben“

„Nach zehn, für mich persönlich intensiven, Jahren möchte ich das Amt des Bürgermeisters mit 30. September in die Hände der nächsten Generation übergeben“, verkündete Ziegler am 29. August. Dieser Schritt sei ihm nicht ganz leicht gefallen, „denn die Arbeit war immer spannend und oft sehr schön“. Was Ziegler jetzt vor hat? „Vor allem möchte ich mich meiner Frau Ingrid und meiner Familie widmen. Ich habe zwei Enkelkinder von meiner Tochter Andrea und ich werde auch meinem Sohn Florian auf der Landwirtschaft helfen, wenn er mich braucht.“

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