Tulln

Erstellt am 11. Januar 2017, 04:01

von Thomas Peischl

TVP gegen TOP und freien Journalisten. Artikel über Tullner Stadtpolitik in Online-Zeitung sorgen für neue Verstimmung zwischen TVP und TOP.

Ludwig Buchinger (TOP) hält Jubelangesichts der Zahlen für nicht angebracht.  |  NOEN

Das neue Jahr beginnt auch in der Stadtpolitik eisig: Das Klima zwischen TVP und TOP erreicht einen neuen Tiefpunkt. Auslöser sind Facebook-Links von Stadtrat Ludwig Buchinger (TOP) zu Stadtpolitik- Berichten auf „Noeblick“, dem im Aufbau befindlichen Online-Magazin des freien Journalisten Werner Pelz.

„Stadtrat Ludwig Buchinger hat eine bösartige Methode der Irreführung in den sozialen Medien begonnen“, kritisiert TVP-Fraktionsobmann Peter Höckner. Der Trick wäre gewesen, auf der Facebook-Seite von TOP Tulln Artikel „einer scheinbar seriösen Onlinezeitung“ zu posten, in denen schlimme Dinge der TVP oder des Bürgermeisters aufgedeckt werden. „Dumm ist nur, dass der Verantwortliche und Autor dieser Onlinezeitung mit Stadtrat Buchinger sehr eng zusammenarbeitet“, so Höckner. Werner Pelz scheine bisweilen sogar im Impressum des TOP-Magazins (Buchingers Parteizeitung) auf.

Er habe zahlreiche Gemeinderäte per Mail mit Links „auf seine Pseudo-Online-Zeitung“ beglückt. „Er setzt also alles daran, seine einseitigen, unseriösen Berichte über den Bürgermeister und die TVP massiv in die Öffentlichkeit zu spielen“, ärgert sich Höckner. Artikel von Werner Pelz wären aber mit größter Vorsicht zu betrachten, „zumal er wegen der Verbreitung von unwahren Tatsachen rechtskräftig wegen übler Nachrede strafrechtlich verurteilt wurde“.

Buchinger und Pelz verstehen Wirbel nicht

Ludwig Buchinger zeigt wenig Verständnis: „Völliger Schwachsinn!“ Pelz sei ein freier Journalist und er habe ihn einmal auf Honorarbasis für Recherchetätigkeit engagiert. „Der einzige, der hier persönliche Attacken reitet, ist die Bürgermeister Partei - das ist traurig genug“, kontert Buchinger. Aber Bürgermeister Peter Eisenschenk habe ein Problem damit, wenn jemand anderer Meinung ist: „Dann schickt er wieder andere vor, immer dieselbe Masche.“

Werner Pelz selbst betont, dass er unabhängiger Journalist sei: „Ich bin nur der Wahrheit verpflichtet.“ Wenn jemand etwas falsch macht, dann zeige er das auf, konkret etwa rund um altes und geplantes neues Tullner Kino. „Es geht mir darum, aufzuzeigen wie die Politik mit einem Menschen umgeht, der jahrelang viel für Wirtschaft und Vereine geleistet hat“, sagt Pelz.

Tulln sei eine spannende Stadt. „Es ist mir ein Anliegen darüber zu schreiben“, so Pelz weiter, „Bürgermeister Eisenschenk ist eigentlich sehr gescheit, aber mit Kritik kann er leider nicht umgehen.“