Tullner Schulleiter sind zuversichtlich. In den höheren Schulen der Bezirkshauptstadt zog man Lehren aus dem Homeschooling-Semester und geht gut gerüstet in den bevorstehenden Schulherbst.

Von Thomas Peischl. Erstellt am 02. September 2020 (03:56)
Im Bundesschulzentrum Tulln werden ab kommender Woche rund 1.400 Schüler aus BRG und BG sowie HLW, FSW und FSB von rund 150 Lehrernunterrichtetwerden.
Peischl

Die Corona-Problematik stellt Schulen vor viele Herausforderungen. Trotzdem sehen die Leiter der Höheren Schulen in der Bezirkshauptstadt dem neuen Schuljahr zuversichtlich entgegen.

Mit rund 1.400 Schülern und 150 Lehrern ist das Bundesschulzentrum die mit Abstand größte Bildungseinrichtung der Stadt und auch die größte im Bezirk (im Klosterneuburger Gymnasium werden rund 1.300 Schüler unterrichtet).

Frauenpower im Bundesschulzentrum

Die wichtigste Neuerung für das Schuljahr 2020/21: Die Leitung liegt jetzt wieder zur Gänze in Frauenhänden. Während das BG/BRG nach wie vor unter der Führung von Direktorin Irene Schlager steht, folgt in der HLW/FSW/FSB die Tullnerin Margit Längauer dem Kremser Wolfgang Derler, der den Ruhestand antritt, als Schulleiterin nach. Mehr dazu lesen Sie auf Seite 19.

Worin liegt nun die Zuversicht füs neue Schuljahr begründet? „Das liegt wohl auch an den vielen positiven Rückmeldungen der Schüler und Eltern, die wir nach der Lockdown-Phase und dem gestaffelten Präsenzunterricht am Ende des vorigen Schuljahres erhalten haben“, sagt Irene Schlager. Der allergrößte Teil der Schüler konnte auf digitalem Weg erreicht werden, trotzdem werden weitere Maßnahmen hinsichtlich Digitalisierung gesetzt und neue Konzepte entwickelt.

Schlager hofft außerdem auf mildes Spätsommerwetter: Das Bundesschulzentrum bietet großzügige Freiflächen, die nicht nur für den Sportunterricht, sondern auch für Freiraumklassen genützt werden können. Im Gebäude gilt die dringende Empfehlung, außerhalb der eigenen Klasse Mund-Nasen-Schutz zu tragen und gleichzeitig entsprechenden Abstand zu halten. Gymnasium und HLW setzen in Sachen Schutzmaßnahmen auf Absprache und enge Kooperation.

In der HLW wurden am Ende des vorigen Schuljahres die Erfahrungen von Lehrern und Schülern mit Homeschooling erhoben und daraus ein Konzept erarbeitet, um die Digitalisierung zu optimieren. „Lehrer und Schüler werden weiter in der Nutzung von Online-Tools geschult, digitale Methoden und Tools sollen verstärkt auch im Präsenzunterricht eingesetzt werden“, erklärt Längauer. Eine weitere Herausforderung sieht sie darin, alle Schüler lückenlos mit der erforderlichen Technik auszustatten. Natürlich bringe Covid-19 auch Einschränkungen: Bereits geplante Projektreisen mussten abgesagt werden, die beliebten Kennenlerntage für die ersten Klassen müssen ohne Übernachtung vor Ort abgehalten werden.

Auch in der HAK/HAS Tulln laufen alle Vorbereitungen gut. „Und das obwohl der Schulstart deutlich anders ist als üblich“, sagt Direktor Peter Eisenschenk, „denn wir sind sowohl für den analogen als auch digitalen Unterricht sehr gut gerüstet.“ Die Situation sei ernst, aber: „Dennoch bin ich zuversichtlich, weil unser Team äußerst engagiert ist und wir dadurch herausfordernde Situationen sehr gut gemeinsam lösen können.“