Landwirte zur Trockenheit: „Müssen Versorgung sichern“. Massiver Mangel an Niederschlägen wird immer ärger. Verantwortliche in der Landwirtschaft orten eine Austrocknung des Ackerbodens vor allem in der Region Wagram.

Von Günter Rapp. Erstellt am 30. Mai 2020 (05:56)
Bestürzung über das geringe Wachstum des Getreides infolge fehlenden Niederschlags: Robert Heiss jun. und sen., Günther Brunnhofer, Lorenz Mayr, Josef Renner und Mathias Holzer.
Rapp

„Die Niederschlagsmengen in der Region Wagram, aber auch im Weinviertel und anderen Regionen des Landes sind massiv zurückgegangen.“ Robert Heiss, Umweltgemeinderat der Marktgemeinde Grafenwörth, ist entsetzt. Und hat deshalb den Vizepräsident der Landwirtschaftskammer NÖ Lorenz Mayr und den Obmann der Bezirksbauernkamer Tullnerfeld Mathias Holzer zu einer Krisensitzung zu sich nach Seebarn geladen.

„Versorgungssicherheit ist für uns oberstes Gebot“

Einmal mehr wurde dabei klar, dass nur durch regionales Produzieren dem Klimawandel begegnet werden kann. Immerhin sind im Bereich Kirchberg am Wagram in den vergangenen elf Monaten lediglich 40 mm Niederschlag zu verzeichnen gewesen, wobei der langjährige Durchschnitt im selben Zeitraum mehr als 100 mm aufweist.

Auch eine Beregnung der Felder aus Feldbrunnen ist nur bedingt möglich. Josef Renner, Landwirt aus Kollersdorf: „Weil die Kosten für die Feldberegnung sehr hoch sind, macht das nur bei landwirtschaftlichen Produkten Sinn, mit denen sich höhere Preise erzielen lassen. Beim Getreide ist das unrentabel.“

Nach Ansicht von Vizepräsident Mayr müsse versucht werden, durch Windschutzgürtel und Hecken gegen den starken Wind vorzugehen, der neben Bodenverfrachtungen auch eine starke Austrocknung des Ackerbodens mit sich bringt. „Außerdem muss das wenige Regenwasser möglichst lange in der Region gehalten werden.“ All diese Maßnahmen müssen die Produktion von Lebensmitteln im eigenen Land sichern. „Versorgungssicherheit ist für uns oberstes Gebot“, so Lorenz Mayr.

Und Umweltgemeinderat Robert Heiss schließend: „Da die Niederschläge bei uns immer geringer werden, sind wir zu raschem Handeln gezwungen.“