„Winzer haben Naturschatz!“: Steinkauznachwuchs in den Weingärten

Erstellt am 14. Juni 2022 | 04:55
Lesezeit: 3 Min
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Steinkauzküken und Steinkauzweine aus der Riede Wora: Richard Zink von der Vogelwarte Seebarn mit Michael (l.) und Andreas Ulzer.
Foto: Rapp
Steinkauzwein von Andreas und Michael Ulzer aus Seebarn (Gemeinde Grafenwörth) als Unterstützung für den Nachwuchs der streng geschützten Vogelart. Leiter der Vogelwarte will noch mehr Winzer für Projekt gewinnen.
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Der Steinkauz ist eine streng geschützte Vogelart, dessen Population schon stark dezimiert war. War, denn dank eines Projektes der VetMed Uni Wien mit ihrer Außenstelle in Seebarn gibt es mittlerweile in der Region Schmidatal-Pulkautal-Wagram-Kremstal wieder rund 50 Steinkauzpaare, die auch kräftig für Nachwuchs sorgen.

„Normalerweise ziehen Steinkauzpaare zwei bis vier Jungvögel auf, wir haben aber in der Grafenwörther Weinriede Wora einen Nistkasten mit gleich sechs kleinen Steinkauzen entdeckt“, freut sich Richard Zink, Leiter der Vogelwarte Seebarn.

Ziel: Noch mehr Winzer in Region fürs Projekt gewinnen

Die NÖN war mit dabei, als Richard Zink jetzt die Beringung der Steinkauzküken vornahm. „Das muss natürlich geschehen, bevor die Jungtiere ihren Nistkastenverlassen“, erläutert der Ornithologe.

In den Weingärten der Seebarner Winzer Andreas und Michael Ulzer in der Riede Wora stehen bereits elf Nistkästen, wo die Steinkäuze ihren Nachwuchs großziehen können. Auch in der dort befindlichen Weingartenhütte haben sich Steinkauzpaare eingenistet, Eier gelegt und für Nachwuchs gesorgt. Richard Zink will künftig noch mehr Winzer in der Region fürs Projekt gewinnen.

Den beiden Jungwinzern ist es wichtig, dass die Vermehrung der Steinkäuze voranschreitet. Sie haben sogar einen eigenen Steinkauzwein kreiert, aus Grünem Veltliner, der im Weingarten bei der Hütte wächst. Bereits 2021 gab es diesen Wein, Corona-bedingt ohne viel Aufsehen gekeltert.

Mit Steinkauzwein wird Projekt unterstützt

„Einen bestimmten Betrag pro verkaufter Flasche wollen wir dem Steinkauz-Projekt zukommen lassen“, verrät Andreas Ulzer, der wie sein Bruder Michael auf ökologische Betriebsführung setzt.

„Für die Steinkäuze ist eine stärkere Begrünung der Weingärten besonders wichtig“, sagt Richard Zink. „Aber auch für eine starke Artenvielfalt am Wagram mit Wiedehopf und Dohle.“

Es herrsche in der Winzerschaft geradezu eine Aufbruchstimmung, man steht den empfohlenen Schutzmaßnahmen aufgeschlossen gegenüber. Zink: „Die Winzer erkennen, welchen Naturschatz sie haben.“ Immerhin vertilgen Steinkäuze ein bis zwei Mäuse pro Tag, aber auch die in Winzerkreisen gefürchteten Maikäfer und größere Insekten.

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