Großweikersdorfer entdeckt Wikingerschiff . Großweikersdorfer findet Schiffsgrab mit Hilfe österreichischer Technologie.

Von Christa Wallak. Erstellt am 04. Dezember 2019 (04:39)
Manuel Gabler arbeitet seit 2016 für das Norwegische Institut für Denkmalforschung (NIKU).
NIKU

Funde von gut erhaltenen Wikingerschiffen sind eine Seltenheit. In Norwegen wurden bisher drei ausgegraben und im Wikingermuseum in der Hauptstadt Oslo ausgestellt. Seit dem zuletzt gefundenen Osebergschiff dauerte es über 100 Jahre bis Archäologen ein neues Schiffsgrab entdeckten.

Die Überreste des Schiffes (grün) und des Hügelgrabes (rot) im Georadar-Messbild.
NIKU

Innerhalb eines Jahres wurden nun durch Verwendung eines in Österreich vom Ludwig Boltzmann Insititut für Archäologische Prospektion und Virtuelle Archäolgie (LBI ArchPro) entwickelten Georadarsystems zwei Schiffsgrabstätten lokalisiert.

"Das Gefühl, als ich den Fund erkannt habe, lässt sich schwer beschreiben"

Beim neuesten Fund auf der Insel Edøy war der aus Großweikersdorf stammende Manuel Gabler als Projektleiter für die Georadaruntersuchungen zuständig. Dabei führte der Zufall Regie, erzählt Gabler: „Wir waren gegen 14 Uhr mit den vereinbarten Untersuchungsflächen fertig, aber ich beschloss, noch ein weiteres Feld zu messen. Just in diesem Teil habe ich dann bei der Analyse der Daten die Überreste des Schiffsgrabes erkannt. Das Gefühl, als ich den Fund erkannt habe, lässt sich schwer beschreiben. Ein Schiffsgrab in Norwegen zu finden, das noch dazu möglicherweise aus der Wikingerzeit stammt, ist so etwas wie der ,Heilige Gral‘ für einen Archäologen.“

Die Überreste des Schiffes wurden knapp unter dem Oberboden in einem Bereich, in dem sich zuvor ein Grabhügel befand, gefunden. Der Grabhügel erscheint als markierter Kreis mit einem Durchmesser von etwa 18 Metern in den Georadardaten. In der Mitte ist ein 13 Meter langer Kiel und Hinweise auf die ersten zwei Schläge auf jeder Seite des Kiels zu sehen.