VGT wirft "Berger"-Zulieferbetrieb Tierquälerei vor. Ein Zulieferbetrieb von "Berger Schinken" wurde vom Verein gegen Tierfabriken (VGT) wegen "besonders grauenhafter Bedingungen" angezeigt. Die Tierschützer demonstrierten am Dienstag vor einem Schweinebetrieb und vor dem Unternehmenssitz in Sieghartskirchen.

Von NÖN Redaktion. Erstellt am 16. Juni 2020 (11:55)
Symbolbild
Deyana Stefanova Robova, Shutterstock.com

Aktuelle Fotos und Videos von einer Schweinefabrik, die das Traditionsunternehmens „Berger-Schinken“ in Sieghartskirchen beliefert, sind dem VGT zugespielt worden.

Das Material soll verletzte Schweine auf Vollspaltenboden mit strukturlosen Wänden und ohne Stroheinstreu, mit abgebissenen Ohren, abgebissenen Schwänzen, schwer verletzten Gelenken und großen Beulen, und dazu verwesende Schweinekörper zeigen.

Man habe nun "ob der besonders grauenhaften Bedingungen" Anzeige erstattet und Protestkundgebungen vor dem Schweinebetrieb und vor dem Unternehmenssitz von „Berger-Schinken“ organisiert, heißt es in einer Aussendung des VGT. 

VGT-Obmann Martin Balluch dazu: „Hier bekommt eine Firma eine Auszeichnung der Republik, erzielt im Vorjahr einen Rekordumsatz, und baut alle diese ‚Erfolge‘ auf totalen Unwahrheiten auf. Ein Vorzeigestall und dahinter die Tierfabriken, in denen von Tierwohl und tierfreundlicher Umgebung oder tierethischen Grundregeln keine Rede sein kann.“

Und der VGT-Obmann weiter: „Skandale wie dieser zeigen, wie schlecht die Verordnung zur Schweinehaltung momentan ist. Jetzt sofort müssen Verbesserungen her. Schluss mit dem Vollspaltenboden ohne Stroheinstreu! Die Tiere brauchen, wie es die EU-Mindestrichtlinie vorsieht, einen physisch angenehmen Liegebereich. Und der kann wohl nur weich, trocken und eingestreut sein. Die Bevölkerung erwartet sich eine Schweinehaltung, die deutlich besser als die EU-Mindestanforderungen ist. Jetzt muss sie endlich kommen!“