Aus für Windkraftprojekt: „Widerstand war zu groß“. Die Betreiber zogen sich in der vergangenen Woche offiziell zurück. Stadtchef Pfeffer bedauert ihre Entscheidung.

Von Alex Erber. Erstellt am 27. Juni 2018 (05:10)
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Das geplante Windkraftprojekt in der Römerstadt wird nicht verwirklicht. Die potenziellen Betreiber W.E.B. und Schwarzenbohler Naturkraft haben in der Vorwoche alle diesbezüglichen Anträge bei den Behörden zurückgezogen: „Der Widerstand gegen das Projekt war zu groß“, erklärt W.E.B.-Pressesprecherin Beate Zöchmeister im NÖN-Exklusivgespräch.

Ob es Zurufe aus der Politik gegeben hat? „Zurufe würde ich jetzt nicht sagen, aber Appelle“, so Zöchmeister vielsagend. Geplant war die Errichtung von fünf Windrädern am Reutbühel.

SP-Bürgermeister Herbert Pfeffer, Verfechter der Windräder, zeigte sich in einer ersten Reaktion einerseits ziemlich enttäuscht: „Dieser Schritt kommt für die Gemeinde überraschend. Die genauen Gründe sind uns noch nicht bekannt, weil die Stadtgemeinde Traismauer in der derzeitigen Genehmigungsphase lediglich einen Beobachterstatus hat. Die Hauptaufgabe der Gemeinde war es, den Widmungsprozess der Teilflächen einzuleiten, die Errichtung der Windkraftanlagen wäre in der Kompetenz des Landes gelegen.“

Andererseits sagt Pfeffer: „Selbstverständlich ist der Schritt der W.E.B zur Kenntnis zu nehmen, ja vielleicht sogar zu begrüßen, da ein Thema, das sich bis in die Ewigkeit zu ziehen drohte, nun endgültig entschieden ist. Und die Möglichkeit eröffnet, die Wege in die Zukunft erneuerbarer Energie neu zu denken.“

"Schritt der W.E.B muss man zur Kenntnis nehmen"

Mit dem Kapitel „Windräder in Traismauer“ hat der Bürgermeister praktisch abgeschlossen: „Eine Errichtung von Windrädern in der vom Land NÖ verordneten NÖ-Eignungszone MO 05 ist in absehbarer Zeit nun mehr als unwahrscheinlich.“

Nun mehr als unwahrscheinlich; Ende November 2014 noch sehr wahrscheinlich! Die damalige erste Volksbefragung ging deutlich zugunsten der Windkraft-Befürworter aus.

Die Volksbefragung. Sie wirkte aber auch wie eine Initialzündung für die Windkraft-Gegner, die zunächst kaum wahrnehmbar waren. Sie setzten eine zweite Volksbefragung durch, die mit einem klaren Nein zu den Windrädern endete.

Doch Traismauers Sozialdemokraten hatten bereits im Vorfeld der zweiten Volksbefragung signalisiert, dass sie, unabhängig vom Ausgang, am Resultat der ersten Volksbefragung festhalten werden. Was letztlich auch geschah.

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