Heuer gab’s „Urlaub auf Dahamas“ im Bezirk Tulln. Viele machten Urlaub in der Heimat. Tourismus kam so mit blauem Auge davon.

Von Doris Firmkranz. Erstellt am 16. September 2020 (03:03)
Ziehen an einem Strang: Karin Rinderhofer (Stadtgemeinde, Abteilungsleiterin Tourismus, Kultur, Wirtschaft und Öffentlichkeitsarbeit), Wolfgang Strasser (Messe Tulln), Tourismus-Stadtrat Franz X. Heben-streit, Franz Gruber (Garten Tulln), Bernhard Schröder (Donau Niederösterreich Tourismus GmbH) und Erich Schindlecker ( e&a, TullnKultur).
Stadtgemeinde Tulln

Durch den Shutdown sind die Nächtigungszahlen in der Region erwartungsgemäß rückläufig. Allerdings ist in den letzten beiden Monaten ein starker Aufwärtstrend zu beobachten: Inländische Gäste verzeichnen bei den Nächtigungen im Juli ein Plus von 25,6 % zum Vorjahr. Auch bei den deutschen und ausländischen Gästen ist der Trend im Juni und Juli klar positiv. Im Umland – dem Tullner Donauraum - wurden von Jänner bis Juli mit insgesamt 33.039 Nächtigungen im Vergleich zum Vorjahr weniger Gäste registriert.

„Trotz der rückläufigen Nächtigungszahlen ist der Ausblick auf die Saison positiv“, sagt Bernhard Schröder, Geschäftsführer Donau Niederösterreich Tourismus GmbH, „wir bemerken seit Juni einen Anstieg der Touristenzahlen. Vor allem die Inlandsgäste kommen verstärkt und gleichen den Ausfall von anderen Gästegruppen wieder aus. In der Nächtigungsstatistik der Stadthotellerie macht sich natürlich auch der Ausfall von Veranstaltungen, Kultur- und Wirtschaftstourismus in den vergangenen Monaten bemerkbar.“

„Trotz der rückläufigen Nächtigungszahlen ist der Ausblick auf die Saison positiv“

Das Diamond City Hotel öffnete wieder Anfang Juli. „Die Auslastung war unerwartet hoch, und wir hatten zwei sehr gute Sommermonate“, so die Bilanz der Hotelleitung. Die fehlenden Wochen könnten jedoch nicht vollständig kaschiert werden. „Wir rechnen mit einem Auslastungsrückgang von 25 Prozent. Was die Urlauber betrifft, konnten wir beobachten, dass die Buchungen viel kurzfristiger erfolgen, was natürlich auf mögliche weitere Verordnungen in naher Zukunft zurückzuführen ist.“ Was die nächsten Monate angeht, ist man zuversichtlich, eine ähnliche Auslastung wie vergangenes Jahr zu erreichen.

Erst mit Ende Juni/Anfang Juli war in der Tourismusinfo Tulln ein merkbarer Anstieg zu bemerken. Der Radtourismus läuft nun wieder besser und verzeichnet wieder einen positiven Trend. Die Radler sind im Gegensatz zum Vorjahr überwiegend Österreicher oder Deutsche. Radeln - wie überhaupt sämtliche Outdooraktivitäten - sind im Moment sehr beliebt und entsprechen dem aktuellen Bedürfnis der Menschen nach Bewegung an der frischen Luft.

„Nach vorne schauen und Gas geben!“, lautet das Gebot der Stunde für Donaupark Camping-Chef Franz Libal. „8.620 Nächtigungen haben wir im August geschafft, das ist sehr viel, wenn man bedenkt, dass beinahe der gesamte internationale Markt eingebrochen ist und wirklich alle Gruppen abgesagt haben, besser absagen mussten“, resümiert Libal.

Sehr viele neue Gäste kamen aus Österreich. Libal geht davon aus, dass es künftig jede Menge neuer Stammgäste aus diesen Reihen geben wird. Die Einbußen liegen bei 50 Prozent in Tulln, in Klosterneuburg war der eingebrochene Städtetourismus noch etwas stärker zu spüren. Indessen tüftelt Libal bereits an neuen Konzepten. Da sämtliche Dauerstellplätze verkauft sind, gehen seine Pläne in Richtung Saisonplätze für Naherholung-suchende Gäste.

Schöne Stunden in der Gartenstadt

Die Stadtgemeinde Tulln konnte vor allem mit ihren attraktiven Garten-Outdoor-Erlebnissen punkten. Bis September lief die neue überregionale Werbekampagne „Sommerfrische in der Gartenstadt Tulln“ in Wien, Nieder- und Oberösterreich. Insgesamt wurden rund 130.000 Euro investiert. Tourismus-Stadtrat Franz Hebenstreit informiert: „Ziel war, den Gästen schöne Stunden und Tage zu bieten, ohne dass sie in ferne Länder reisen müssen.“

„Wir haben uns heuer besonders angestrengt, die Aufenthaltsqualität im Freien hoch zu halten, etwa durch verschiedene Maßnahmen an der Donaulände wie die zusätzlichen Sitzgelegenheiten, durch Vergrößerung der Schanigärten und nicht zuletzt durch das Setzen auf unseren großen Schwerpunkt Garten“, so das Statement von Bürgermeister Peter Eisenschenk.

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