„Sozial Schwache bleiben auf Strecke“. Kraft fordert Nachmittagsbetreuung für die Schüler im BG/BRG Tulln. Direktorin Balka: „Die Anmeldezahlen sind zu gering.“

Von Sonja Kainzbauer. Erstellt am 30. Juli 2014 (08:38)
NOEN, Foto: Kainzbauer
Daniel Gürtler (SJ) und Günter Kraft (SPÖ) orten Bedarf bei der schulischen Nachmittagsbetreuung im Bundesgymnasium und Bundesrealgymnasium Tulln.
„Die Kinder der ersten und zweiten Klassen des Tullner Gymnasiums brauchen dringend eine funktionierende Nachmittagsbetreuung“, ist Daniel Gürtler überzeugt. Der ehemalige Schulsprecher des BG/BRG Tulln und derzeitige Bezirksvorsitzende der sozialistischen Jugend ortet bei der Bedarfserhebung im BG/BRG Tulln eine „Pro forma-Aktion“.

Günter Kraft (SPÖ) wurde von Eltern kontaktiert, die ihre Kinder anmelden wollten. „Zuerst kam der Anmeldebogen, dann wenige Wochen später der Brief mit dem Inhalt: zu wenig Bedarf“, beschreibt Kraft das Prozedere.

Daniel Gürtler weiß, dass sich Schüler aus sozial schwächeren Haushalten keine andere Betreuung leisten können. Er wünscht sich auch Lernunterstützung von den Schülern der Oberstufe für die Unterstufenschüler. „Eltern mit hohem Einkommen finden sicher Möglichkeiten bei anderen Einrichtungen. Die sozial schwachen Familien bleiben auf der Strecke“, meint Gürtler.

Keine Möglichkeit zu kommunizieren

Kraft sieht das Hauptproblem darin, dass die Eltern, der zukünftigen Erstklassler vor Schulbeginn keine Möglichkeiten haben, miteinander zu kommunizieren. „Bei so vielen Erstklasslern ist sicher der Bedarf vorhanden. Das Thema Nachmittagsbetreuung wird von der Schule ,flachgedrückt‘“, vermutet Kraft.

Direktorin Ingrid Balka weist darauf hin, dass die ausreichende Anzahl bei der Bedarfserhebung nicht erreicht wurde. „Zehn Schüler an mindestens drei Tagen pro Woche, sind für eine schulische Nachmittagsbetreuung erforderlich. Die Anmeldezahlen sind zu gering“, so die Direktorin. Wenn die Anmeldungen nicht ausreichen, könne sie keine Nachmittagsbetreuung anbieten. Sie verweist weiters auf die außerschulische Einrichtung „Good Afternoon“.

„Hier wird eine ausgezeichnete Betreuung, die nur unwesentlich teurer ist, angeboten“, ist Balka überzeugt. Die Anregung von Daniel Gürtler für ein „Nachhilfesystem“ von Oberstufenschülern für Unterstufenschüler möchte sie aufgreifen und zu Schulbeginn an den Schulsprecher weitergeben.