Deponievergrößerung sorgt für Unruhe bei Bevölkerung. Steinbruch und Deponie sollen vergrößert werden. Plan sorgt für Unbehagen bei Bürgern.

Von Monika Gutscher. Erstellt am 04. Dezember 2019 (04:15)
Beim Karner-Infoabend: Alfred Kögl, Wolfgang Seidl, Vizebürgermeisterin Ulrike Fischer, Bürgermeister Maximilian Titz, Geschäftsführer Johann Benischek, Astrid Pillmayer, Florian Benischek, Christian Gsandtner und Markus Kolar.
Gutscher

Für großes Interesse sorgte der Infoabend der Firma Karner: Der Sitzungssaal war bis auf den letzten Platz besetzt. Geschäftsführer Johann Benischek stellte das geplante Projekt vor, das bei vielen Bürgern und Anrainern für Unbehagen sorgte, „um die Gerüchte die darum kursieren, aus der Welt zu schaffen.“ Konkret geht es dabei um eine Steinbruch- bzw. Deponievergrößerung.

Johann Benischek übernahm den Betrieb 1999, der seit ca. 1870 besteht und seit jeher im Baugewerbe tätig ist. Mit dem Kauf des alten Steinbruchgeländes in Greifenstein im Jahr 2000 sicherte sich die Firma Karner einen Standort, der einer der größten behördlich genehmigten Bodenaushubdeponien im Raum Tulln und Klosterneuburg ist. Weiters wurde auf dem Betriebsgelände eine Recyclinganlage bewilligt, welche Baustoffe wie Betonabbruch, Ziegel, Altasphalt und Abbruchholz zur Wiederverwendung aufbereitet. 2006 übersiedelte das Bürogebäude vom Zentrum St. Andrä-Wörderns ins Steinbruchgelände in Greifenstein.

Vom Abbruch über Recycling zum Wegebau

Die Tätigkeitsbereiche der Firma Karner sind sehr vielfältig, wobei Benischek betonte, dass „hauptsächlich die Region beliefert werde. Dies bedeutet, 40 Prozent St. Andrä-Wördern, Zeiselmauer-Wolfpassing und Muckendorf, 50 Prozent Klosterneuburg und lediglich 10 Prozent auswärts (Tulln, Wien). Alleine heuer waren es 70.000 m³ Bodenaushub, 20.000 m³ wurde wieder verwertet und 40.000 m³ Baurestmassen, die aufgebrochen, gesiebt und sortiert wurden. 30.000 m³ Steinmassen mussten zugeführt werden.“

Um diese Menge nicht von auswärts holen zu müssen, soll nun der Sandsteinabbau im Steinbruch mit einem Gesamtvolumen von 990.000 m³ auf 33 Jahre (30.000 m³/Jahr) erweitert werden. Abgebaut wird in zehn Permen, das bedeutet, dass nicht die gesamte Fläche gerodet werden wird, sondern schrittweise, und gleichzeitig wird auch schon mit Mischwald aufgeforstet. Somit beträgt die maximale offene Rodungsfläche 2,1 ha. Abgebaut wird mit schweren Baggern, zum Großteil mit Reißtechnik, selten (max. 1x/Monat) mit Sprengung. Beim Infoabend wurde auf vier Abbildungen die zeitliche Abfolge des Abbaus und der Aufforstung dargestellt. Bei der Grundgrenze wird Totholzmanagement betrieben. „Da die gesamten Projektunterlagen erst in der Beurteilungsphase beim Amt der NÖ Landesregierung aufliegen, sind sie noch nicht rechtsgültig und noch nicht zu veröffentlichen“, informierte Johann Benischek.

Weiters erklärte der Geschäftsführer: „Wir brauchen das zusätzliche Material und die Deponieflächen. Machen’s wir nicht, macht’s wer anderer. Dadurch würden wir Arbeitsplätze verlieren und der Verkehr würde deswegen nicht weniger werden.“ Da die Firma Karner ein Familienbetrieb ist, soll sie nicht größer werden, es bleiben die etwa 55 Mitarbeiter sowie 22 Lkw.

Nach der Vorstellung der beiden Projekte, konnten die Bürger Fragen stellen. So wurde etwa mehr (Lkw-) Verkehr befürchtet. Benischek trat dieser Befürchtung entgegen: „Auch durch die zweite Deponie wird nicht mehr Verkehr entstehen. Wir haben etwa 80 Wiegungen pro Tag, das entspricht etwa 60 Fuhren pro Tag.“ Somit fahren etwa vier Lkw pro Stunde.

Neben dem Lärm war auch der Staub ein Thema. Benischek dazu: „Wir haben heuer viel Geld investiert, um Staub zu reduzieren.“ Durch den internen Wasserkreislauf sei es auch unmöglich, dass umliegende Brunnen verunreinigt werden. Außerdem werden die Mitarbeiter dazu angehalten, zuvorkommend und rücksichtsvoll zu fahren.

Weiters betonte der Geschäftsführer: „Da dieses Projekt ausschließlich von der Firma Karner ausgearbeitet wurde, hat es nichts mit der Politik zu tun.“ Aus diesem Grund wollte man keine Statements von Politikern hören, ausschließlich Bürger sollten Fragen stellen.