Huskyweltmeister Komac: „Es ist alles für die Hund’!“. Der ehemalige Schlittenhunde-Weltmeister Manfred Komac therapiert „Problemhunde“ und gibt „Mushing“-Kurse.

Von David Ulrich. Erstellt am 19. April 2021 (04:38)
Wenn die Huskys vom Lakota Tipi gerade keinen Schlitten ziehen, vergnügen sie sich mit Herumtollen im Garten.
Ulrich

Manfred Komac, in der Region auch als der Huskyweltmeister bekannt, hält derzeit 22 Hunde auf seinem Grundstück in der Nähe des Bahnhofs. Er hat einige Österreich-, Europa- und Weltmeisterschaften im Schlittenhundesport – auch Mushing genannt – mit seinen Huskys gewonnen. Alles begann mit dem Siberian Husky Arak, den er in den frühen 90er Jahren bei sich aufnahm. Ein Jahr später hörte er von einem „Wagerlrennen“ auf der Donauinsel und nahm prompt teil: „Da bin ich Zweiter geworden. Das hat mich so fasziniert, dass ich immer weitergemacht habe.“ Bald darauf begann Komac, seine eigenen Hunde zu züchten, die „Huskys vom Lakota Tipi“.

Davor nahm er abgegebene Haushunde auf, die für ihre Besitzer problematisch geworden waren, und brachte ihnen das Laufen im Gespann von der Pike auf bei. Obwohl seine Liebe zum Mushing ungebrochen ist, hörte der Huskyweltmeister nach der Europameisterschaft 2015 mit den Schlittenhunderennen auf: „Die schwerste Zeit war eigentlich die Musher-Zeit. Ich habe viele Gegner und Neider gehabt, womit ich nicht umgehen kann. Ich wollte in der Schlittenhundeszene auch den Leuten helfen.“

Kaum Geld durch Siege eingenommen

Für die meisten seiner Siege bekam er kaum bis gar kein Preisgeld: „Es gibt bei den Rennen nichts. Ein Rennen hat mich sogar knapp 600 Euro gekostet“, erzählt der ehemalige Rennfahrer. Dazu kommt, dass Komac nicht mehr damit klarkam, wie andere Schlittenhundefahrer sich um ihre Hunde kümmern: „Da gibt es so viele kranke Hunde, so fertige Hunde.“ Sie würden ihr ganzes Geld in ihre Ausrüstung und nicht in das Wohl ihrer Hunde investieren.

Komac vertritt eine gegensätzliche Philosophie: Er verwendet hauptsächlich älteres und gebrauchtes Equipment und steckt sein Geld größtenteils in die Hunde. „Es ist alles für die Hund’! Mein ganzes Geld geht da hinein. Ich hab‘ im Winter nicht einmal Holz zum Heizen gehabt“, erzählt der Huskyweltmeister. Monatlich gebe er etwa 1.000 Euro für seine Hunde aus, dazu kommt noch die jährliche Hundesteuer, die insgesamt ca. 1.000 Euro für das ganze Rudel ausmacht. „Oft bin ich wirklich schon auf allen Vieren rausgekommen und habe mir gedacht: ‚Wie geht das weiter?‘“, erinnert sich Komac.

Huskyweltmeister Manfred Komac auf seinem Hundewagen, mit dem er auch im Sommer mit seinen Huskys vom Lakota Tipi fahren kann.
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Nach seinem Ausstieg aus den Mushing-Bewerben konzentriert sich Komac besonders darauf, „Problemhunde“ zu resozialisieren. So können Hundebesitzer ihre Hunde bei ihm für einige Tage oder Wochen auf Urlaub, bzw. zur Therapie schicken: „Da rufen Leute an, die sind schon so verzweifelt, die wissen gar nicht mehr, was sie machen sollen“, so der Hundeflüsterer. Meistens liege es an minderwertigem Futter, das die Hunde zum Ausrasten bringt. Er schwört auf qualitativ hochwertiges Trockenfutter, dem er noch Leinöl und Hefe beimengt. Frischfleisch verwendet er nicht, da das heutzutage durch die langen Tiertransporte „nur mehr Stressfleisch“ sei, das weder für Hund noch Mensch gut sei.

Tage der offenen Tür beim Huskyweltmeister

2005 wurde er sogar von der Tierfuttermarke „Royal Canin“ gesponsert, die ihm unter anderem auch das Hundefutter zur Verfügung stellte. Nach zwei Jahren stieg er jedoch um, da er sah, dass das Futter nicht passte.

Komac gibt auch Kurse rund um das Mushing, wo Interessierte alles von der Pflege bis hin zum Ausfahren mit dem Schlitten lernen können. Hin und wieder besuchen ihn auch Schulklassen, die aus Wien, Krems oder St. Pölten anreisen, um einen Tag mit seinem Rudel zu verbringen. Er bedankt sich auch bei all seinen „Sponsoren“, die ihm das Weitermachen ermöglichen: „In der heutigen Zeit helfen mir viele Leute, dass ich weitermachen kann.“

Mehr Informationen zum Schlittenhundesport und dem Huskyweltmeister, sowie die Möglichkeit einer Spende an die Huskys vom Lakota Tipi finden sich unter www.huskyweltmeister.at .