Klaus Schwertner: „Soziale Armut ist real“. Trotz Wirtschaftswachstums nimmt die Zahl jener, die um Hilfe bitten müssen, zu. Caritasgeschäftsführer Klaus Schwertner beleuchtete die Situation.

Von Otto Sibera. Erstellt am 23. Oktober 2018 (13:30)
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Klaus Schwertner, (vorne, Mitte) mit Zuhörern und Teilnehmern der anschließenden Diskussion.
Sibera

Caritas-Geschäftsführer Klaus Schwertner hielt im Mainstreetsaal einen Vortrag über „Soziale Armut in Österreich“. Darin erläuterte er die derzeitige Lage in Österreich. „Obwohl die Wirtschaft boomt, ist gleichzeitig Armut bei uns Realität“, so Schwertner.

Viele Menschen hätten jedoch keine Ahnung, wie es sich anfühlt, um Hilfe bitten zu müssen. Kein Dach über dem Kopf zu haben. Das Gefühl zu haben, nicht dazu zu gehören. Um dem entgegenzuwirken sei die Obdachlosen-Anlaufstelle die ,Gruft‘ ins Leben gerufen und in den letzten Jahren erweitert worden. Menschen in Not in Österreich sind vor allem Alleinerziehende, kinderreiche Familien, ältere Menschen, Langzeitarbeitslose und „leider oft auch Kinder“, betonte Schwertner und appellierte gleichzeitig: „Wir müssen die Armut bekämpfen und nicht die Armutsbetroffenen.“

Allein in Niederösterreich setzten sich im Vorjahr über 10.500 Personen bei der Caritas Tag für Tag persönlich und ganz konkret für Menschen in Not ein.