Ortschef intervenierte: Balleinlage hat Nachspiel. SP-Bürgermeister a.D. sollte kurzfristig als Darsteller einspringen. Das behagte VP-Amtsnachfolger nicht. Ballveranstaltende FF distanziert sich von „Ränkespielen“.

Von Thomas Peischl. Erstellt am 21. Februar 2018 (05:17)
NOEN, privat
Maximilian Titz (ÖVP) intervenierte bei der Mitternachtseinlage am FF-Ball.

Bei der Mitternachtseinlage am Ball der FF St. Andrä-Wördern wurde die Fusionierung mit der FF Greifenstein gekonnt als Feuerwehrhochzeit persifliert. Zum Ortsgespräch wurde die Sache aber aufgrund einer Intervention hinter den Kulissen - die NÖN hakte nach.

NOEN, NÖN
Alfred Stachelberger (SPÖ) zog seine Teilnahme kurzfristig wieder zurück.

„Ursprünglich war unser Feuerwehrkurat Martin Paral in der Einlage als Priester vorgesehen, der Feuerwehrbraut und -bräutigam trauen sollte. Aber er erkrankte“, berichtet Kommandant René Zimmermann. Als am Tag des Balls auch noch der Ersatz absagte, bat Zimmermann geschäftsführenden Gemeinderat Alfred Stachelberger (SPÖ) einzuspringen. „Er ist nicht nur rhetorisch gut drauf, sondern er kennt als ehemaliger Bürgermeister auch beide Wehren sehr gut“, erklärt der Kommandant. Stachelberger sagte zu, die Generalprobe lief reibungslos.

Konsequenzen für die Wehr weil Altbürgermeister aushalf

Doch am Ballabend selbst, 20 Minuten vor Beginn der Einlage bat Bürgermeister Maximilian Titz (ÖVP) den Kommandanten zum Gespräch. „Mit erhobenem Zeigefinger drohte er der Wehr Konsequenzen an, sollte Stachelberger in der Einlage mitspielen“, berichtet Zimmermann weiter. Stachelberger zog daraufhin zurück: „Ich hätte gerne geholfen, aber wenn‘s nicht sein soll, dann will ich kein Öl ins Feuer gießen.“ Buchstäblich in letzter Minute sprang Walter Zimmermann, der Vater des Kommandanten als Schauspiel-Pfarrer ein.

Bürgermeister Titz wiederum war bereits am früheren Ballabend mehrfach auf die bevorstehende Einlage angesprochen worden. „Mit Stachelberger, der sich immer noch als Bürgermeister der Herzen sieht. Ja, ich habe dann im Gespräch den Finger erhoben. Aber ich habe nur gesagt, dass ich es nicht gut finde, wenn ein aktiver Politiker am Feuerwehrball auftritt.“ Konsequenzen habe er „sicher keine“ angedroht.

„Wir sind unpolitisch und wollen mit politischen Ränkespielen nichts zu tun haben“

„Dabei ging es um nichts“, wie René Zimmermann betont. Kein Politiker egal welcher Partei wäre in der Einlage verunglimpft worden. „Wir sind unpolitisch und wollen mit politischen Ränkespielen nichts zu tun haben“, unterstreicht der FF-Kommandant. Aber diktatorische Maßnahmen werde sich die Wehr nicht gefallen lassen. In der nächsten Chargendienstbesprechung sollen daher Konsequenzen und Änderungen für zukünftige Feuerwehrbälle besprochen werden.