Viele kritische Fragen zum Masterplan fürs Ortszentrum. Architekten präsentierten Masterplan für Fußballplatz. Eine Volksbefragung zeichnet sich ab.

Von Thomas Peischl. Erstellt am 21. März 2018 (05:21)
90 Minuten lang präsentierte Architekt Gernot Mittersteiner im bis auf den letzten Platz besetzten Musikschulsaal den Masterplan. 
Peischl

Der Masterplan für „Ein neues Zentrum zum Wohnen, Leben, Arbeiten“ ist fertig. Nach mehreren offenen Ateliers  wurde er nun vor vollem Haus im Musikschulsaal präsentiert - und erntete Lob aber auch Kritik. Architekt Gernot Mittersteiner stellte das Projket, mit Unterstützung seines Kollegen Marc Mitterdorfer, detailliert vor . Mit der Absiedelung des Sportplatzes besteht die einmalige Chance, in der Marktgemeinde ein echtes Zentrum zu schaffen (das sie bislang nicht hat).

NOEN

Mit dem Projekt wolle man gegen Zersiedelung und übermäßige Bodenversiegelung vorgehen und trotzdem Wohnraum schaffen: Derzeit kommen auf 12 Wohnungen mehr als 90 Anmeldungen. Natürlich würde das Projekt „um Einiges mehr Verkehr“ erzeugen. Dem könne man u.a. mit (teilweisen) 30er-Zonen und schallabsorbierenden Fassaden begegnen.

Die erste Kritik äußerte Karl Wieshaider: Der Druck auf den Wohnungsmarkt komme von außen (Wien, Klosterneuburg) und er sehe keinen Grund, den Sportplatz aus dem Zentrum zu verlegen: „Was kann man sich Besseres wünschen?“

Sportplatz wandert Richtung Zeiselmauer

Was bei der Veranstaltung nicht gesagt wurde: Der Gemeinderat hat am Ortsrand in Richtung Zeiselmauer (Nähe Hundeabrichteplatz) eine entsprechende Fläche von Bauland-Betriebsgebiet auf Bauland-Sportstätte umgewidmet, was keine Absiedelung nach sich ziehen muss, aber sie zumindest möglich macht.

Bärbel Klepp betonte, dass sie weder gegen ein Ortszentrum noch gegen Zuzug sei, aber gegen zehn Jahre Baustellenverkehr und Lärmbelastung für die umliegenden Anrainer. Sowohl Mittersteiner als auch Bürgermeister Maximilian Titz (ÖVP) erklärten dazu, dass der Masterplan eine Umsetzung in mehreren Abschnitten auf mindestens zehn Jahre vorsehe: „Das kommt nicht alles auf einmal.“

Michael Horvath, der sich an den offenen Ateliers beteiligt hatte: „Zu diesem Plan muss ich Ihnen gratulieren — aber er gehört nicht hierher.“ Er begrüße gerne neue Nachbarn, „aber nicht 1.000“. Positiv äußerte sich Karin Ewers: Es sei gut, dass alle mitreden können und dass nicht einfach nur der Grund verkauft wird und dann irgendwer irgendetwas hinstellt.

Der Beschluss für den Masterplan war noch einstimmig, mittlerweile zeigen sich SPÖ und FPÖ projektkritisch und drängen auf eine Volksbefragung. Bürgermeister Titz fasste zusammen: „Wir schicken eine genaue Info aus, dann werden wir eine Befragung durchführen.“ Vizebürgermeisterin Ulli Fischer (Grüne): „Wir haben jetzt die Möglichkeit, eine Zentrumszone zu definieren und die Zersiedelung zu stoppen.“ Flächenwidmungs- und Bebauungsplan müssten an das Bekenntnis zum langsameren Wachstum angepasst werden.