Miteinander in Tulln funktioniert in der Coronakrise. Tulln beschließt Abgabenerleichterungen für Wirtschaft und Private. Mit Hotline, aktualisierter Projekt-Website und Facebook-Gruppe wird Kontakt gehalten.

Von Thomas Peischl. Erstellt am 18. März 2020 (04:10)
An einem Tisch zur Lagebesprechung: die Stadträte Franz Xaver Hebenstreit, Paula Maringer, Peter Höckner undLucas Sobotka, Stadtamtsdirektor-Stellvertreter Christian Resch, Stadtrat Hubert Herzog, Stadtarzt Franz Bichler, Stadträtin Elfriede Pfeiffer, Bürgermeister Peter Eisenschenk, die Vizebgm. Rainer Patzl und Harald Schinnerl, die Stadträte Michael Hanzl und Susanne Stöhr-Eißert sowie Stefanie Jirgal als Projektleiterin der „Stadt des Miteinanders“.
Stadtgemeinde Tulln

Die Stadt steht auch in Krisenzeiten ganz im Zeichen des Miteinanders. So wurden u.a. in einer Corona-Lagebesprechung Abgabenerleichterungen für die Wirtschaft und Private beschlossen und infrastrukturelle Leistungen abgesichert.

Unter der Leitung von Bürgermeister Peter Eisenschenk kamen der gesamte Stadtrat, die Führungsebene der Stadtverwaltung und Stadtarzt Franz Bichler im Rathaus zusammen. Es wurden die aktuelle Lage in der Stadtgemeinde Tulln besprochen, Szenarien und Zusammenhänge analysiert und Maßnahmen eingeleitet.

Dazu zählen u.a. die Aufteilung des Personals, sodass die Versorgung der Bevölkerung in den verschiedensten Bereichen – allen voran Wasserversorgung und Abwasserentsorgung – garantiert gesichert sind, sowie die Stundung von Gemeindeabgaben zur finanziellen Unterstützung von Unternehmen und ggf. in Not geratenden Privatpersonen.

„Die Wirtschaft steht vor einer massiven Belastung, deren tatsächliches Ausmaß wir nicht annähernd abschätzen können"

Bürgermeister Peter Eisenschenk dazu: „Die Wirtschaft steht vor einer massiven Belastung, deren tatsächliches Ausmaß wir nicht annähernd abschätzen können. Wir müssen die Liquidität der Unternehmen unbedingt stärken. Deshalb werden wir in Tulln ansässigen Betrieben sämtliche Gemeindeabgaben auf Antrag ohne Verzinsung stunden. Dasselbe gilt für Privatpersonen, die durch die Corona-Krise in persönliche finanzielle Not geraten.“

Eine der wichtigsten Maßnahmen war die sofortige Einteilung des Personals der Stadtgemeinde in verschiedene Teams, sodass der Betrieb im Rathaus, die Versorgung mit Wasser, der Betrieb der Kläranlage, die Müllentsorgung sowie die Leistungen des Bauhofes garantiert gewährleistet werden können. Sollte in einem Team tatsächlich ein Corona-Verdachtsfall oder eine Infektion auftreten, kann das andere Team die Arbeit nahtlos übernehmen.

Weitere Maßnahmen der Stadtgemeinde werden im Laufe der kommenden Tage bekanntgegeben. „Ich bedanke mich bei den Vertretern aller Tullner Parteien für die gute Zusammenarbeit und bin überzeugt, dass wir diese Krise gemeinsam schaffen werden“, so Eisenschenk.

Einen Beitrag dazu liefern auch eine eigens für die aktuelle Lage eingerichtete Telefon-Hotline und die neu ausgerichtete Homepage der „Stadt des Miteinanders“.

Es sei in der aktuellen Situation sinnvoll, die sozialen Kontakte auf ein Minimum zu reduzieren, um die exponentielle Verbreitung des Coronavirus möglichst einzudämmen. „Räumliche Distanz bedeutet aber nicht, Menschen sozial völlig voneinander zu isolieren. Ich denke im Gegenteil, dass es gerade jetzt wichtig ist, gut aufeinander zu achten – und das ist auch ohne persönliche Nähe und unter Berücksichtigung der geltenden Richtlinien möglich. Seitens der Stadtgemeinde möchten wir den Bürgern daher eine Ansprechstelle bieten, wenn sie Fragen haben oder aufgrund der Einschränkung des sozialen Lebens Hilfe brauchen“, sagt der Bürgermeister.

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