Ausbau der Kinder- & Jugendpsychiatrie in Tulln um 10,8 Mio. Euro

Erstellt am 11. November 2022 | 14:51
Lesezeit: 3 Min
Ausbau der Kinder- und Jugendpsychiatrie in Tulln um 10,8 Millionen Euro
Marius Moser (Architekturbüro Moser), Franz Laback (Geschäftsführung Gesundheit Region Mitte GmbH), Alfred Zens (NÖ LGA Vorstand), Primarius Paulus Hochgatterer (Abteilungsleiter Kinder- und Jugendpsychiatrie UK Tulln), Pflegedirektorin Cornelia Palmetzhofer (UK Tulln), LH-Stellvertreter Stephan Pernkopf, Bürgermeister Peter Eisenschenk, Landtagsabgeordneter Christoph Kaufmann, Markus Klamminger (NÖ LGA Direktor für Medizin und Pflege) und BezirkshauptmannAndreas Riemer ( Tulln) beim Spatenstich für den Ausbau der Kinder- und Jugendpsychiatrie in Tulln. Foto: Peischl
Foto: Peischl
Mit steigenden Patientenzahlen und Aufenthalten wächst auch der Bedarf an Therapieangeboten für Kinder und Jugendliche mit psychischer Erkrankung. Deshalb wurde mit dem heutigen Spatenstich zur Erweiterung der Kinder- und Jugendpsychiatrie in Tulln ein wichtiger Schritt gesetzt. Mitte 2024 soll der Bau fertiggestellt sein.
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„Mit der Erweiterung der Kinder- und Jugendpsychiatrie in Tulln um 10,8 Mio. Euro und dem neuen Forschungszentrum für Transitionspsychiatrie gelingen gleich zwei bedeutende Schritte zum Ausbau und zur Verbesserung der psychiatrischen Behandlung für Kinder und Jugendliche. Zudem wird auch das Arbeitsumfeld für Jungärztinnen und Jungärzten und für Spitzenmedizin-Forschung attraktiviert. Damit stärken wir die medizinische Versorgung in Niederösterreich und darüber hinaus“, erklärt LH-Stellvertreter Stephan Pernkopf im Rahmen eines Pressetermins vor dem Spatenstich.

Insgesamt bietet der Neubau in Tulln 18 Untersuchungs-/Behandlungsräume, acht Räume für Tagesklinik KJPP (Logopädie, Ergotherapie, Werkraum, etc.) und zwei Gruppenräume. Die Zahl der Betten auf der Kinder- und Jugendpsychiatrie wächst von 20 auf 24, ganz neu auch mit vier Familienzimmern.

Durch die tagesklinische Versorgung können von aktuell 4.800 ambulanten Kontakten bis zu ca. 6.000 Kontakte in Tulln versorgt werden. Im Zuge der Umbautätigkeiten werden auch die Betreuungsplätze auf der Erwachsenenpsychiatrie von 13 auf 25 erhöht. Baustart ist noch in diesem Jahr, die Fertigstellung ist Mitte 2024 geplant. Insgesamt werden für die Erweiterung der Kinder- und Jugendpsychiatrie sowie für die Sanierung von Bauteil 1 am Standort des Universitätsklinikums Tulln 48 Millionen Euro investiert, davon 10,8 alleine in die Erweiterung der KJPP.

„Für uns bietet der Neubau viele Vorteile in unserer täglichen Arbeit mit den Kindern und Jugendlichen. Besonders erwähnenswert ist, dass wir durch die neuen Familienzimmer eigene Behandlungseinheiten für Eltern und Kindern, vor allem im Säuglings- und Kleinkindalter bieten können. Außerdem sind wir hier in Tulln ein Stützpunkt für Home Treatment. Das bedeutet, dass wir Kinder und Jugendliche, die aus unterschiedlichen Gründen in einer Klinik nicht so gut behandelbar sind, von Teammitgliedern der Abteilung zu Hause aufgesucht und in ihrer Wohnumgebung behandelt werden können“, sagt der Leiter der Abteilung für Kinder- und Jugendpsychiatrie, Primarius Paulus Hochgatterer, der mit seinem interdisziplinären Team für die Abteilung verantwortlich ist.

Ein weiteres Forschungsprojekt, das nun am UK Tulln umgesetzt wird ist die Etablierung eines Forschungszentrums für Transitionspsychiatrie gemeinsam mit der Karl Landsteiner Privatuniversität für Gesundheitswissenschaften. „Ziel ist die Erforschung und Versorgung von jungen Menschen mit psychischen Krankheiten im Übergang zwischen Jugend und Erwachsenensein, das heißt im Alter von 16 bis 25 Jahren. Dieser Übergang ist bisher wenig erforscht und daher ist das Forschungsprojekt hier am Standort Tulln ein enorm wichtiger Meilenstein für ganz NÖ, aber auch ganz Österreich“, erklärt die Leiterin des Forschungszentrums Beate Schrank. Dieses Projekt wird seitens des Land NÖ mit 1,4 Mio. Euro gefördert.

„Gemeinsam mit der Karl Landsteiner Privatuniversität bilden wir an unseren drei Unikliniken Krems, St. Pölten und Tulln die nächste Generation an Medizinerinnen und Medizinern aus. Mit einem Kooperationsvertrag wurde sichergestellt, auch in Zukunft das Miteinander von Forschung und Praxis voranzutreiben. Damit sorgen wir dafür, dass die Erkenntnisse der Forschung direkt den Patientinnen und Patienten zugutekommen“, berichtet NÖ LGA Vorstand Alfred Zens. Aktuell laufen in der Landesgesundheitsagentur zirka 275 Studien in den Kliniken.

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