Tullner packt die Sammelleidenschaft. Für Sticker-Sammler hat die Fußballweltmeisterschaft bereits begonnen. Die Panini-Alben erfreuen sich großer Beliebtheit.

Von Bernhard Steinböck. Erstellt am 18. April 2018 (05:03)
Sophie Westermayer und Christina Pircher zeigen vor, dass das Sammeln von Panini-Pickerln längst keine Männerdomäne mehr ist.
NOEN

Die Fußball-Weltmeisterschaft 2018 in Russland beginnt zwar erst am 14. Juni, seit einem Monat kann man aber bereits die begehrten Klebebilder in Tullns Trafiken, an Tankstellen oder im Supermarkt erwerben. 80 Seiten hat das Panini-Album, 682 Sticker können eingeklebt werden - 50 davon haben einen Glitzereffekt. Von allen 32 Mannschaften sind 18 Spieler als Portraitbild einzukleben.

Ein Gesamtaufwand, der wohl nur von Fußballfans und Sammlern verstanden werden kann. Bei einem Lokalaugenschein auf der Tauschbörse in der Tullner Rosenarcade, die jeden Dienstag und Samstag zwischen 14 und 17 Uhr im zweiten Obergeschoß geöffnet hat, sind Akribie beim Einkleben und der Drang zum vollen Album förmlich spürbar.

„Mir macht es einfach Spaß, mit meinem Papa zu sammeln und die Pickerl nachher ins Album zu kleben. Auch in meiner Schule tauschen viele Kinder“, erzählt der junge Raphael Fuchs, der jedoch einen großen Wehrmutstropfen für das bestehende Album sieht, „Schade ist halt, dass ich keine Österreicher einkleben kann, weil die bei der WM nicht mitspielen.“

Aber immerhin: Ein Weltmeistertitel ist uns Österreichern nicht zu nehmen. Denn in keinem anderen Land der Erde werden pro Kopf mehr Panini-Bilder erworben als in der 8,7-Millionen-Einwohner-Republik. Und das hat seinen Preis. Kostete eine Tüte mit fünf Stickern einst nur 60 oder 70 Cent, verlangt Hersteller Panini nun stolze 90 Cent. Und somit griff der Osterhase heuer nicht nur bei Familie Fuchs tief in den Beutel.

Umfrage beendet

  • Hat auch euch das Paninifieber erfasst?