Anzeige brachte mehr Hygiene im Schweinestall. Amtstierarzt Hofer-Kasztler verordnete Auflagen, die der Stallbesitzer sofort erfüllte. Durch die große Hitze kühlten sich die Schweine mit ihrem eigenen Kot ab.

Von Helga Urbanitsch. Erstellt am 23. August 2019 (03:26)
Urbanitsch
„Ich glaube, dass es meinen Schweinen hier gut geht, werde aber in eine Vernebelungsanlage investieren“, erklärte der Stallbesitzer.

Wie die NÖN in der Vorwoche berichtete, erstattete der Verein RespekTiere Anzeige wegen „unfassbarer Zustände“ im Schweinestall in Streithofen.

Amtstierarzt Christoph Hofer-Kasztler nahm daraufhin den Stall unter die Lupe: „Durch die große Hitze kühlten sich die Schweine mit ihrem eigenen Kot ab, ja die Zustände kann ich bestätigen.“

„Das Problem war die große Hitze, das ist ansonsten ein super Stall. Trotzdem bleibt er weiter unter Beobachtung.“ Amtstierarzt Christoph Hofer-Kasztler

Der Stallbesitzer bekam Auflagen, den Stall sofort zu reinigen, weiters musste er Einstreu in die Ferkelnester (der Bereich im hinteren Stall) auftragen.

„Bin bemüht, dass es Schweinen gut geht“

„Ich habe hier 1.400 Schweine, bin stets bemüht, alles zu tun, dass es den Schweinen gut geht“, erklärte der Stallbesitzer, der namentlich nicht genannt werden möchte (Name ist der Redaktion bekannt), da „ein regelrechter Shitstorm auf Facebook losbrach, ich wurde arg beschimpft.“

Er habe sofort den Stall gereinigt und Einstreu aufgetragen. Um die Schweine im „offenen Stall“ im nächsten Jahr vor der großen Hitze zu schützen, wird der Landwirt auf Empfehlung des Amtstierarztes in eine Vernebelungsanlage investieren. Dabei wird die Luft durch Verdunstungskälte gekühlt.

Die Schweine im Stall Streithofen werden mit Mais, Gerste, Weizen und Ergänzungsfutter wie Mineralstoffe gefüttert, sowie mit Erdäpfeln und Karotten von den eigenen Feldern des Bauern.

„Ich betreibe eine Kreislaufwirtschaft, baue Gemüse an, das die Schweine fressen, der Dünger von den Schweinen geht dann wieder aufs Feld zurück“, erklärte der Landwirt

In Streithofen steht ein Außenklimastall mit zwei Klimabereichen. „Mein Stall verfügt über einen Teilspaltenboden, der den Tieren mehr Betätigung gibt als ein Vollspaltenboden.“

Der wiederum besitzt aus Sicht von Tierhygiene (Reinigung und Desinfektion), Tiergesundheit, Arbeitswirtschaft und Tierleistung Vorteile. Nachteilig ist, dass die Tiere kein Substrat, wie Stroh, zur Beschäftigung haben.

„Der Stall wird weiter unter Beobachtung bleiben“, verspricht Amtstierarzt Christoph Hofer-Kasztler.

Übrigens will der Schweinebauer von einer Klage gegenüber dem Verein RespekTiere absehen, „obwohl sie sich unerlaubten Zutritt durch das Fenster des Stalls verschafften.“