Raiffeisenbank Tulln schließt drei Filialen. Genossenschaft reagiert auf Änderung der Rahmenbedingungen und stärkt ihre „Kompetenzbankstellen“.

Von Thomas Peischl. Erstellt am 28. Februar 2018 (05:27)
Symbolbild
APA

Leitende Angestellte anderer Geldinstitute hatten schon länger damit gerechnet, jetzt ist es so weit: Auch die Raiffeisenbank Tulln hat sich nach intensiver Analyse dazu entschlossen, ihre Bankstellen neu zu strukturieren. Die Bankstandorte in Katzelsdorf, Langenrohr und Zeiselmauer werden mit 18. Mai geschlossen.

Eine Reaktion auf die veränderten Rahmenbedingungen in der Bankenbranche. Dazu zählen stetig steigende regulatorische Anforderungen, die insbesondere kleine Bankstellen vor große Herausforderungen stellen, sowie die fundamentale Änderung der Kundenbedürfnisse.

„Es war kein einfacher Schritt, aber auch als Bürgermeister einer betroffenen Gemeinde bin ich der Genossenschaft verpflichtet.“ Leopold Figl

Direktor Manfred Leitner: „Kompetenzbankstellen werden gestärkt.“
NOEN, RBT

„Eine aktuelle Studie zeigt, dass bereits jeder zweite Raiffeisen-Kunde seine Bankgeschäfte online über ELBA-internet erledigt. Nur mehr 13 Prozent tätigen ihre Bankgeschäfte ausschließlich in der Filiale“, erklärt Direktor Manfred Leitner, Geschäftsleiter der Raiffeisenbank Tulln. Gleichzeitig erwarten sich Kunden maßgeschneiderte Angebote sowie eine hohe zeitliche Flexibilität ihrer Berater.

„Diesen Anforderungen können wir durch die Stärkung der Kompetenzbankstellen künftig noch besser gerecht werden“, betont Leitner.

Ab 22. Mai wird die Beratungskompetenz an fünf Standorten gebündelt. In den Kompetenzbankstellen Tulln, Sieghartskirchen, St. Andrä-Wördern, und Zwentendorf (inklusive Würmla) erhalten die Kunden – mit teilweise erweiterten Öffnungszeiten – umfassende Beratung zu sämtlichen Bankdienstleistungen. Alle Mitarbeiter der betroffenen Bankstellen werden in die bestehende Filialstruktur integriert und bleiben damit die gewohnten Ansprechpartner für ihre Kunden.

Obmann Leopold Figl: „Haben uns die Entscheidung nicht leicht gemacht.“
NOEN, NÖN

„Wir haben uns diese Entscheidung nicht leicht gemacht und wirklich alle Optionen geprüft, bis hin zur Zusammenarbeit über das Genossenschaftsgebiet hinaus“, ergänzt Raiffeisenbank-Obmann Leopold Figl, der als Bürgermeister von Langenrohr selbst von einer Schließung betroffen ist.

Die Kunden der Raiffeisenbank Tulln werden in den nächsten Wochen persönlich über die geplanten Änderungen informiert. Es ist angedacht, die Bankomaten - nutzungsabhängig - in den betroffenen Gemeinden zu belassen, das wird aber noch mit den jeweiligen Bürgermeistern besprochen.

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