Gemeinsam ein Zeichen in Tulln gesetzt

Erstellt am 12. November 2020 | 03:35
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Bürgermeister Peter Eisenschenk, Pfarrer von St. Severin Reginald Ejikeme (kath.), Imam Senad Kusur, Eva Tiefenbacher (evang. Pfarrgemeinde), Veljko Savić (serbisch-orthodoxe Kirche) und Pfarrer von St. Stephan Christoph Kowalski (kath.) in der Tullner Moschee.
Foto: Urbanitsch
Die Tullner Glaubensgemeinschaften trafen einander in der Moschee sowie in der Pfarrkirche St. Stephan.
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„Wir dürfen den Fanatikern nicht in die Falle gehen“, nahm Bürgermeister Peter Eisenschenk beim Freitagsgebet im Gebetshaus der muslimischen Gemeinde Stellung zum schrecklichen Terroranschlag in Wien.

Einmal mehr lässt Tulln als Stadt des Miteinanders aufhorchen, als die Vertreter der Glaubensgemeinschaften sich zum gemeinsamen Dialog trafen - im moslemischen Gebetshaus und in der Pfarrkirche St. Stephan. „Als Akt der Solidarität“, so Projektleiter Michael Vogler von der Stadtgemeinde Tulln.

„Wir dürfen den Fanatikern nicht in die Falle gehen.“ Peter Eisenschenk

Bürgermeister Eisenschenk war es wichtig, mit dem Besuch in der Moschee aufzuzeigen, dass die muslimische Gemeinde nicht unter Generalverdacht gestellt werden darf und der Dialog der Religionen unablässig sei. „Denn es ist die Strategie der militanten Islamisten, dass durch jeden Anschlag in dem betroffenen Land die antiislamische Stimmung steigt, das führt zu einer Ausgrenzung jener Muslime, die eine friedliche Koexistenz mit Nichtmuslimen suchen.“

Beim Freitagsgebet für den Frieden sprach auch Veljko Savić von der serbisch-orthodoxen Kirche über Menschlichkeit, „sie ist das, was zählt und wofür man sich einsetzen muss.“ Denn „ein Terrorist hat keine Religion.“

Pfarrer Christoph Kowalski appellierte „Botschafter des Friedens zu sein“. Der „Kern jeder Religion ist das Miteinander“ bringt es Reginald Ejikeme auf den Punkt.

Am Sonntag besuchten Bürgermeister Peter Eisenschenk und Imam Senad Kusur den Gottesdienst in der Pfarrkirche St. Stephan. In seiner berührenden Rede am Ambo (Lesepult) in der Pfarrkirche St. Stephan betonte Senad Kusur, dass er als Imam der Tullner Gemeinde zutiefst betrübt sei, dass solche Taten im Namen einer Religion passieren. „Ich bitte Gott, dass er in den Herzen der Menschen Friede einfließen lässt, denn der Zusammenhalt zwischen den Menschen ist uns von Gott gegeben.“ Großer Applaus war die Antwort aller Kirchenbesucher.

Mit dem Zusammentreffen der Vertreter der Glaubengemeinschaften wurde ein Zeichen gesetzt, dass das Miteinander in der Stadt gelebt wird und „dass die Terroristen ihr Ziel, nicht erreicht haben“, so Bürgermeister Eisenschenk. Mit besinnlichen Liedern und Gebeten für die Opfer wurde der Gottesdienst gefeiert.

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