Blackout? Bezirk Tulln ist für den Ernstfall vorbereitet

„Eigenverantwortung muss einen größeren Stellenwert haben.“

Erstellt am 03. November 2021 | 04:38
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Blackout Event auf der Tullner Donaubühne, wo die Einsatzkräfte das Szenario eines Blackouts darstellten. Die Veranstaltung war mit insgesamt 2.500 reservierten Plätzen völlig ausgebucht.
Foto: Bundesheer/Carina KARLOVITS

Ein möglicher Blackout ist seit Jahren ein großes Thema, die Wahrscheinlichkeit dazu ist sehr hoch, dann steht alles still.

„Zum Schutze der Menschen und der Infrastruktur wurde dazu ein eigener Katastrophenschutzplan ausgearbeitet, dabei wird Tulln in diesem Fall mit Notstrom versorgt“, erklärt Bezirkshauptmann Andreas Riemer, der betont, dass die Bezirkshauptmannschaft diesbezüglich eng mit der Freiwilligen Feuerwehr zusammenarbeitet.

„Abwasser ist ein zentrales Thema“

Auf kritischen Infrastrukturen im Bezirk liegt dabei besonderes Augenmerk. „Das Abwasser ist hier ein zentrales Thema, auch das Krankenhaus ist in die Überlegungen zum Blackout mit eingebunden“, so Riemer.

Im Falle eines Blackouts wurde ein eigener Notfallplan ausgearbeitet. Definierte Mitglieder des Krisenstabes gewährleisten einen Notfalldienst für die wichtigsten Tätigkeiten. „Behördliche Abläufe werden mit Papier und Batterien fortgeführt. Im Ernstfall funktionieren auch die Einkaufskassen nicht, hier steht man mit der Wirtschaftskammer und dem Bundesheer in der Garnison Langenlebarn in engem Kontakt.

Am Fliegerhorst Brumowski in Langenlebarn werden dazu umfangreiche Maßnahmen gesetzt. Garnisonskommandant Oberst Wolfgang Rafetseder dazu: „Der Fliegerhorst ist als sogenannte Sicherheitsinsel im Schwergewicht der Bautätigkeit in Niederösterreich.“

Die Bereiche Energie für den Militärflugplatz, Kraftstoff für Flugzeuge und Hubschrauber, Verpflegung und Sanitätsversorgung werden in den nächsten Jahren noch mehr verstärkt. Denn, „wir können in Extremsituationen nur dann helfen, wenn wir selbst handlungsunfähig bleiben.“ Oberst Rafetseder fügt hinzu, dass in weiterer Folge der Fliegerhorst „als geschützte Basis Polizei, Rettung und Feuerwehr versorgen kann.“

Mit dem Black Hawk können auch spezielle Strommasten bei Unterbrechungen von Leitungen geflogen und aufgestellt werden. Der Schutz der kritischen Infrastruktur wird von Polizei und Militär gemeinsam wahrgenommen.

Umfassende Bevorratung ist notwendig

„Der Bevölkerung muss bewusst werden, dass es beim Szenario eines Blackouts massive Einschränkungen bzw. Veränderungen gegenüber dem normalen Leben geben wird“, betont der Pressesprecher des Zivilschutzverbandes NÖ Markus Wittmann. Es kommt einerseits zu Versorgungsengpässen, auch die Kommunikation über Handy oder PC wird in einem Blackout nicht möglich sein. Daher solle im Sinne des Selbstschutzes und der Eigenverantwortung die Bevölkerung auch ihren Teil dazu beitragen.

„Selbstschutz und Eigenverantwortung müssen wieder einen höheren Stellenwert in unserer Gesellschaft bekommen“, appelliert Wittmann, denn eine umfassende Bevorratung ist der Schlüssel zur positiven Bewältigung eines Szenarios wie einem Blackout.“

Komplett vom Digitalen abhängig

Im Falle eines Blackouts werden die Behördentätigkeit der Bezirkshauptmannschaft und die anderen öffentlichen Dienste fortgeführt. Da man merkte, komplett vom Digitalen abhängig zu sein, werden „Redundanz und Basisarbeit auf der Behörde sichergestellt“, so Bezirkshauptmann Riemer.

„Die Forderung vom Zivilschutzverband, Lebensmittel für 14 Tage daheim zu lagern, sollte von allen Bürgerinnen und Bürgern beherzigt werden.“

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