Motorradlärm und Gefährdung: Ist bald Ruhe in Sicht?. Die Gemeinden Tulbing und Königstetten fordern ein Wochenend- und Feiertagsfahrverbot für Motorradfahrer im Wienerwald.

Von Monika Gutscher. Erstellt am 03. Juli 2020 (03:19)
Thomas Buder fordert ein Fahrverbot.
privat

Die Straßenzüge im Wienerwald haben sich in den letzten Jahren von ruhigen Waldstraßen zu extrem gefährlichen Rennstrecken für Autos, Motorräder und Rennradfahrer mit einer hohen Lärmbelästigung entwickelt. „Leider konnte die Situation durch jegliche bisher getroffener Maßnahmen nicht verbessert werden“, erläutert Tulbings Bürgermeister Thomas Buder, „ die dadurch anstehenden Lärmemissionen sind eine enorme psychische Zumutung, nicht nur für die Menschen unserer Gemeinde, sondern auch für das gesamte Ökosystem des Wienerwaldes.“ Der rücksichtslose Gebrauch dieser Waldstraßen als Rennstrecken führt oft zu gefährlichen Situationen.

Die Straßenzüge Passauerhof-Tulbingerkogel-Dopplerhütte sind davon betroffen.
NOEN

Ein weiters Thema ist, dass Kraftfahrzeuglenker diese Strecken nicht nur einmal befahren, sondern legal mehrmals hintereinander „rauf- und runterfahren“. Stark betroffen ist auch das Berghotel Tulbingerkogel.

Aus diesen Gründen baten Thomas Buder und Roland Nagl die Landeshauptfrau um Unterstützung: Sie fordern ein Fahrverbot für Motorräder für Samstag, Sonn- und Feiertag in der Zeit von Anfang März bis Ende Oktober. Querstreifen in den Kurven sollen die Landesstraße unattraktiver für Rennfahrer machen. Eine Initiative zur Gesetzesänderung betreffend Lärmgrenzen bei Motorrädern sowie des wiederholten Befahrens derselben Strecke, fix stationierte Radarmessgeräte und die Beschilderung des Gebietes mit Hinweisen auf Erholungsschutzgebiet und Rücksichtnahme bezüglich lärm- und geschwindigkeitsreduziertem Fahren werden ebenfalls gefordert.

Vom Bezirkspolizeikommando Tulln wird ebenso ein Antrag auf die Erlassung eines Fahrverbotes bei der Bezirkshauptmannschaft Tulln eingebracht.