19-Jähriger zückte Faust. Junger Mann hatte sich über seine Freundin geärgert. Das brachte ihn so in Rage, dass er seinem Freund den Kiefer brach. Jetzt muss er ein Anti-Gewalttraining absolvieren.

Von Claudia Stöcklöcker. Erstellt am 07. September 2016 (04:50)
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„Wir waren auf dem Weg zu einem Lokal. Plötzlich hat er mir einen Faustschlag verpasst. Ich habe gleich gespürt, dass mein Kiefer gebrochen ist“, erzählt ein 17-Jähriger vorm Richter.

Der Teenager war mit seinem Freund in Tulln unterwegs, als letzterer in Rage geriet und sich an dem 17-Jährigen abreagierte. Bei der Attacke erlitt das Opfer gleich einen doppelten Kieferbruch und musste operiert werden. „Fünf Tage lang war ich im Krankenhaus“, berichtet der Bursche.

Der 19-jährige Schläger bedauert zutiefst und erzählt im Prozess von mangelnder Impulskontrolle: „Ich habe mit meiner Freundin telefoniert, dabei hat mich irgendetwas sehr wütend gemacht. Da hab’ ich auf meinen Freund hing’haut.“

"Ein anderer tritt in so einem Fall gegen einen Mistkübel"

Der Staatsanwalt

Und setzt fort: „Danach bin ich weitergegangen und plötzlich ist mir eingefallen, was ich da gemacht habe. Ich hab’ mich umgedreht, bin zurück, er ist am Boden gesessen.“

Der Staatsanwalt zeigt sich entrüstet: „So etwas habe ich noch nie gehört. Ein anderer tritt in so einem Fall gegen einen Mistkübel. Wenn das Opfer davor wenigstens ein bisschen blöd geschaut hätte, könnte man das vielleicht ja noch verstehen.“

Für den 19-Jährigen setzt es fünf Monate bedingt. Ein Anti-Gewalttraining muss er absolvieren, ein Bewährungshelfer wird ihm zur Seite gestellt. Das Urteil ist nicht rechtskräftig.