50-Jahre-Bilanz: TVP feierte ihre drei Bürgermeister. Bei einer Gala im Danubium hielten Edwin Pircher, Willi Stift und Peter Eisenschenk Rückschau auf die Stadtentwicklung.

Von Bernhard Steinböck. Erstellt am 10. Mai 2018 (11:56)

Mit dem Titel der Einladung klang ein Hauch von Pathos mit: „50 Jahre, drei Bürgermeister, der Aufstieg Tullns“. Aber Anlass und Termin, den die Tullner Volkspartei dafür gewählt hatten, waren in der Tat historisch.

„Am 9. Mai 1968, also vor exakt 50 Jahren etwa um diese Uhrzeit, war Edwin Pircher mit 35 Jahren vom Gemeinderat zum Bürgermeister gewählt worden“, erklärte Fraktionsobmann Peter Höckner zur Begrüßung.

„Zwei Bürgermeister außer Dienst, einer im Dienst, jeder eine eigene starke Persönlichkeit, keiner mit dem anderen vergleichbar.“ Johanna Mikl-Leitner

Der folgende Rückblick in die Stadtgeschichte in Worten und 180 Bildern rief im 400 Köpfe zählenden Publikum im Danubium so manch nostalgischen Seufzer hervor. Er spannte einen Bogen vom „Hier baut Bensdorp für Sie!“-Schild (die Schokoladefabrik ist schon lange wieder Geschichte) über Großbaustellen wie den Bau des Bundesschulzentrums, den neuen Landeskrankenhauses oder die Tiefgarage am Hauptplatz bis zur Eröffnung des Gartensommers 2018.

Beeindruckt davon zeigte sich Landeshauptfrau Johanna Mikl-Leitner. Diese Entwicklung von einer Agrarstadt zu einer Zukunftsstadt, in der Lebensqualität zu Hause ist, sei Vorbild für viele Städte, nicht nur in Niederösterreich. „Ein derartiger Erfolg ist kein Zufall und kein Schicksal, sondern verbunden mit Tatendrang und konsequenter harter Arbeit“, so Mikl-Leitner.

50 Jahre Stadtentwicklung seien eng verbunden mit drei Persönlichkeiten:

Edwin Pircher, der mit seiner ruhigen, sachlichen Art viele Weichen gestellt und innovative Projekte auf den Weg gebracht habe, ob mit der Schuloffensive, IFA Tulln, Schiele Museum oder Tullner Messe. Sein Weitblick wurde auch politisch mehrfach belohnt, durch sechsmalige Wahl zum Bürgermeister.

Willi Stift habe mit Steh- und Durchhaltevermögen, Schwung und Elan die Strahlkraft der Stadt weit über die Grenzen hinaus vorangetrieben, als Universitäts- und Forschungsstandort, mit der Garten Tulln oder mit der Parkgarage, dank der es gelungen sei, die Innenstadt lebendig zu halten.

„Peter Eisenschenk ist wieder eine ganz andere Persönlichkeit“, so die Landeshauptfrau, „und er hat eine Stadt mit sehr hoher Lebensqualität übernommen und die schwierige Aufgabe, noch etwas drauf zu legen.“ Und es sei ihm gelungen, Tulln als Garten-, Wissenschafts-, Kunst- und Wirtschaftsstandort weiter auszubauen. „In Tulln wird das Miteinander gelebt, das verbindet auch Stadt und Land“, erklärte Mikl-Leitner.

Eisenschenk zieht Hut vor Pircher und Stift

Bürgermeister Eisenschenk erwiderte den Dank: „Der Aufstieg Tullns ist untrennbar mit dem Land verbunden. Erfolg ist auch nie auf einen Einzelnen zurückzuführen … Ich ziehe meinen Hut vor Edwin Pircher und Willi Stift.“ Wichtiges müsse manchmal auch gegen Widerstände erkämpft werden.

„Wir gehen unseren Weg weiter nach vorne, damit Tulln prosperiert und das Leben der Stadt von Humanismus geprägt ist“, betonte Eisenschenk, der mit „hier zu leben gibt uns ein wunderbares Gefühl“ schloss.