Auf der schiefen Bahn: Dealer bereut Taten vor Gericht. 25-Jähriger aus dem Raum Tulln musste sich wegen Drogenhandels und -konsums in mehreren Fällen verantworten.

Von Tanja Horaczek-Gasnarek. Erstellt am 29. Juli 2020 (02:52)
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Reuig und kleinlaut saß ein junger Mann vor dem Richter am Landesgericht St. Pölten. Laut Anklageschrift hat er im Zeitraum zwischen Dezember 2017 und April 2020 mehrere Leute mit Drogen beliefert und selbst auch Suchtgiftmittel genommen. Unter seinen Kunden war auch ein Minderjähriger.

„Das Strafverfahren hat mich wach gerüttelt. Ich will mein Leben wieder in eine geordnete Bahn bringen“, teilte der 25-Jährige dem Richter mit. Er gesteht die Taten vollständig – auch, wenn er sie bei der Einvernahme durch die Polizei leugnete. Doch jetzt sei ihm bewusst geworden, dass er etwas an seinem Lebensstil ändern muss. Auf die schiefe Bahn ist der Angeklagte durch einen falschen Freundeskreis gekommen. Auch soll es laut seinen Angaben Probleme im Elternhaus geben.

„Und dann hat auch noch meine Freundin Schluss gemacht“, berichtet er. Am Wochenende hat er meist Party gemacht und dann eine „Line“ gezogen. Damit er sich wieder neuen Stoff besorgen konnte, hat er auch gedealt. „Ich habe aber nur Teilmengen weitergegeben oder gemeinsam mit meinen Freunden ein paar Nasen voll genommen“, erzählt er bei der Verhandlung. Dass einer seiner Kunden minderjährig war, gestand er dem Richter. „Ich werde jetzt zu meiner Schwester ziehen. Sie ist meine Vertrauensperson und sie hilft mir beim Entzug“, berichtet er.

„Ich habe aber nur Teilmengen weitergegeben oder gemeinsam mit meinen Freunden ein paar Nasen voll genommen.“ Der Angeklagte zum Richter

Der Richter hatte wegen Unbescholtenheit ein Nachsehen. Das rechtskräftige Urteil: sieben Monate bedingte Freiheitsstrafe, ambulante Therapieweisung und Bewährungshilfe.