Austausch der Glaubensgemeinschaften. Bei den Treffen in Tulln stehen das Miteinander und der wechselseitige Austausch im Vordergrund.

Von Helga Urbanitsch. Erstellt am 05. Juli 2020 (03:27)
Reginald Ejikeme (kath.), Veljko Savic (serb. orthodox), Senad Kusur (Iman), Eva Tiefenbacher (evang.), Christoph Kowalski (kath.), Michael Vogler (Stadtgemeinde), Wolfgang Apfelthaler (kath.), Gerda Haslhofer (kath.) und Dragana Laazarevic (serb.orthodox).
Urbanitsch

Ursprünglich war ja geplant, die „Lange Nacht der Kirchen“, die im Mai hätte stattfinden sollen, als „Reise durch spirituelle Räume“ von den verschiedenen Konfessionen zu gestalten. Der Tulli Express sollte dabei ebenso im Einsatz sein. Covid 19 verhinderte aber das ökumenische Vorhaben. Diese spezielle „Lange Nacht der Kirchen“ ist nun auf 2021 verschoben.

Die Vertreter der Glaubensgemeinschaften treffen sich aber immer wieder, um sich auszutauschen und „Verständnis aufzubauen“, so die Projektleiter Stefanie Jirgal und Michael Vogler von der Stadtgemeinde Tulln, „denn der Nutzen für die Stadt ist enorm und einzigartig.“

„Wir sind alle gefestigte Persönlichkeiten, wissen was wir glauben, tun es aber mit Respekt den anderen gegenüber.“ Eva Tiefenbacher

„Das Gemeinschaftliche und der Mensch steht im Vordergrund, wir denken dabei aber auch an Menschen, die nicht glauben“, erklärte Michael Vogler.

Auch das letzte Treffen im Paulussaal der Pfarre St. Stephan war von Respekt geprägt, das gemeinsame Auftreten, das auch in Zukunft in der Öffentlichkeit stattfinden war Thema.

„Das friedliche Zusammenleben dieser verschiedenen Gläubigen ist ein großes Zeichen nach Außen“, erklärte Veljko Savic (serbisch orthodox). Das ist keine Selbstverständlichkeit.

Iman Senad Kusur sprach das Treffen mit Bürgermeister Peter Eisenschenk und Stadtamtsdirektor Victor Geyrhofer an: „Wir wurden als Gruppe der Glaubensgemeinschaften ernst genommen und werden noch viel auf die Beine stellen.“

Die Treffen sind von Respekt geprägt

Dazu der Bürgermeister: „Zu einem gelungenen Miteinander gehört auch ein Miteinander der Religionen, was an sich selbstverständlich sein sollte. Weiters betonte, er dass es wunderbar sei, dass verschiedene religiöse Gruppen, die bislang getrennte Wege gegangen sind, jetzt auf einander zugehen.

Dabei steht „auf Augenhöhe unterwegs sein“ im Zentrum der Idee, so Vogler. „Der Glaube des anderen wird respektiert.“

Das sieht auch Christoph Kowalski, Tullner Pfarrer von St. Stephan so: „Ich arbeite mit vielen jungen Musikern aus der ganzen Welt und verschiedenen Konfessionen zusammen, darunter sind auch Atheisten.“ Provisor Reginald Ejikeme und Wolfgang Apfelthaler von der Pfarre St. Severin schätzen vor allem auch die „Diskussionen von Mensch zu Mensch.“

Auch Gespräche über Gott und Glaube wird es immer wieder geben, aber: „Wir sind alle gefestigte Persönlichkeiten, wissen was wir glauben, wir leben das auch tun es aber mit Respekt und Menschlichkeit den anderen gegenüber“, bringt es Eva Tiefenbacher auf den Punkt.