Bedingte Haft wegen Cannabis. Weil er Cannabis konsumiert und weitergegeben hat wurde ein 21-Jähriger Tullner verurteilt.

Von Stefanie Marek. Erstellt am 17. November 2020 (16:58)
Symbolbild
APA (AFP)

Er wird es „versprochen, hoch und heilig nie wieder tun“, sagt der 21-jährige Angeklagte am Ende der Verhandlung zum Richter. Vor diesem war er wegen Cannabis-Konsum und der Weitergabe von Cannabis an Freunde und Bekannte gestanden.

Seit seinem achten Lebensjahr sei bei ihm ADHS diagnositziert worden, so der junge Mann. Weil er wegen einer anderen Erkrankung sein Medikament nicht weiter nehmen konnte, habe er als beruhigende Alternative auf Cannabis zurückgegriffen. Zum Eigenkonsum bekennt er sich schuldig und beantwortet sehr höflich und bemüht alle Fragen des Richters. Der will dann auch wissen, ob er Cannabis an andere junge Männer überlassen habe. Einer davon ist siebzehn und damit minderjährig. Der Angeklagte bekennt sich dazu, dass er Freunden Cannabis überlassen und weitergegeben habe, allerdings ohne sich dabei zu bereichern. An den siebzehnjährigen Bekannten habe er aber nichts weitergegeben. Dieser behauptet im Zeugenstand das Gegenteil. Der Richter findet den Zeugen glaubhaft. Auch wenn dieser mit einer Stunde Verspätung zum Gerichtstermin erscheint, nachdem ihn der Richter angerufen hatte und sagte, er werde ihn festnehmen lassen, sollte er nicht auftauchen.

Das Urteil für den Angeklagten ist eine fünfmonatige bedingte Freiheitsstrafe mit drei Jahren Probezeit. Er muss eine Strafe von 300 Euro bezahlen. Das Urteil ist nicht rechtskräftig.