Buchinger kritisiert Duo Lasser-Strasser. Tullner Messe / TOP-Stadtrat erneuert Kritik an Hallen-Projekt. Geschäftsführer: "Im Gemeinderat in vollem Umfang widerlegt."

Von Thomas Peischl. Erstellt am 08. September 2014 (22:02)
Ludwig Buchinger (TOP) fordert mehr Transparenz und Kostenwahrheit.
NOEN, Peischl

TULLN / Unzufrieden zeigte sich Stadtrat Ludwig Buchinger (TOP) mit der Anfrage-Beantwortung im Gemeinderat in Sachen Neubau der Halle 3 bei der Tullner Messe.

So wurde in der Anfragebeantwortung mehrfach betont, dass es keinen Generalplaner gebe. Buchinger: „Man kann über Begriffe streiten, aber wenn jemand für insgesamt acht Fachbereiche zuständig ist, dann ist das für mich ein Generalplaner.“ Viel schlimmer sei aber beispielsweise die Aussage, dass die nicht zeitgerechte Lieferung durch den Einreichplaner schuld an Verzögerungen gewesen wäre. „Das grenzt für mich an Rufschädigung am Einreichplaner“, so Buchinger. Er habe zahlreiche E-Mails, die das Gegenteil bestätigen.

Weiters kritisiert der Stadtrat, dass die Mindestumsatzanforderung von 50 Millionen Euro für Baumeisterleistungen von Anfang an zu hoch gewesen wäre — selbst für Leitbetriebe aus der Region. „Da hat es Beschwerden bei der Innung gegeben“, so Buchinger, „es ist unverständlich, warum diese Anforderung nicht gleich mit 20 Millionen Euro angesetzt wurde.“

Dass in der Anfragebeantwortung lediglich 1.200 € für Leistungen der Stadtgemeinde an die Messe in der Personalverrechnung angegeben wurden, sei „absolut lächerlich. Da hat man einfach irgendeinen Posten herausgegriffen.“

Strasser: „Könnten alle Aussagen widerlegen“

Messe-Geschäftsführer Wolfgang Strasser nimmt die neuerliche Kritik gelassen. Buchingers Aussagen wären geeignet gewesen, den Messebetrieb zu schädigen, doch sie seien im Rahmen der umfangreichen Fragenbeantwortung im Gemeinderat in vollem Umfang widerlegt worden. „Der Versuch, nochmals nachzulegen, macht die Behauptungen auch nicht wahr. Wieder könnten wir alle Aussagen widerlegen, beschränken uns aber auf zwei Worte: kein Kommentar“, so Strasser.

Buchinger betont: „Nicht alles, was auf der Messe passiert, ist schlecht. Ich fordere nur mehr Transparenz und Kostenwahrheit.“ Geschäftsführer Strasser sei durchaus kompetent. Vieles gehe noch auf die aktive Zeit von Ex-Stadtamtsdirektor Lasser zurück. Der verdiene auch in der Pension annähernd so viel wie die gesamte Stadtregierung. Buchinger: „Meine Gleichung lautet: Eine 12-köpfige Stadtregierung ist gleich ein Lasser. Wie viele Lasser sind ein Strasser?“

Messeprokurist Lasser entgegnet: „Alle meine Einkünfte sind offiziell und von zuständigen Prüforganen jederzeit einsehbar.“ Er erhalte eine Pension als Stadtamtsdirektor, ein Gehalt als Messe-Prokurist, bis Ende 2014 Honorare als Konsulent der Gemeinde und eine geringe Aufwandsentschädigung für die Geschäftsführung des Hochwasserverbandes Tullnerfeld Nord.

In seiner Funktion als Stadtamtsdirektor war Lasser nebenbei auch für Projekt-Begleitungen, Vertretungen der Gemeinde in Organisationen oder Betreuung und Unterstützung bei Beteiligungen zuständig. „Von keiner dieser Organisationen erhalte ich bzw. habe ich jemals eine zusätzliche Entlohnung erhalten“, betont Lasser.