Tulln

Erstellt am 20. Januar 2017, 05:03

von Claudia Stöcklöcker

Diebe hinter Gitter. Trio ließ Außenbordmotoren mitgehen und machte sich mit gestohlenem Rollstuhl auf Beutezug. Richter verhängte gesiebte Luft.

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Im Sommer letzten Jahres schlugen drei Rumänen im Yachthafen Tulln und im Kuchelauer Hafen in Wien zu. Zehn Außenbordmotoren demontierten sie dort von Booten. Die Beute versteckten sie in einem Gebüsch. Polizisten observierten, und als die Rumänen die Beute abholen wollten, klickten die Handschellen.

Nun sitzt das Trio im Prozess am Landesgericht St. Pölten auf der Anklagebank, alle drei Männer (26, 39 und 40 Jahre alt) sind geständig. „Wir haben Vorhängeschlösser abgezwickt, die Motoren abmontiert. In Rumänien wollten wir sie verkaufen“, erzählt einer der Kriminellen.

Der Schaden beträgt mehrere Tausend Euro, die Opfer stammen aus Wien, zwei aus Klosterneuburg. „Acht Tage davor habe ich noch ein Foto von meinem Boot gemacht“, sagt ein Klosterneuburger. „Ich möchte mich bei der Polizei bedanken, sie hat tolle Arbeit geleistet“, meint ein anderes Opfer.

Einen Rollstuhl ließen die Angeklagten im AKH in Wien mitgehen, kleideten diesen mit Alufolie aus und machten sich auf Beutezug. „Einer hat sich hineingesetzt, ich habe ihn in Geschäften in Umkleidekabinen geschoben, er hat Kleidung im Rucksack versteckt“, so einer der Diebe.

Der Richter präsentiert die Rechnung. Für den in Schweden dreimal vorbestraften 40-Jährigen setzt es zwei Jahre Gefängnis. Der 39-Jährige kassiert 15 Monate teilbedingt, davon fünf Monate unbedingt. Der Jüngste wird zu 18 Monaten unbedingt verurteilt (rechtskräftig).