Freisprüche nach Stadtpark-Streit. Jugendliche sollen Zeugen nach Rauferei Tullner Stadtpark bedroht haben. Der Prozess endet im Zweifel.

Von Stefanie Marek. Erstellt am 03. März 2021 (03:01)
Vor Gericht konnte nicht geklärt werden, wer dem Opfer die tiefen Schnittwunden zugefügt hatte. Der Angeklagte wurde vom Schöffensenat im Zweifel freigesprochen.
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Zwei Jugendgruppen gerieten im Tullner Stadtpark aneinander, ein Fünfzehnjähriger bekam Schläge ins Gesicht und am Ende spuckte ein Mädchen Blut. In Folge sollen drei Angehörige der einen Gruppe mehrere Personen bedroht und andere dazu gedrängt haben, eine falsche Aussage beziehungsweise eine für sie günstige Aussage vor der Polizei zu machen, so der Vorwurf. Für die Einflussnahme auf eine Zeugin, die zu Gunsten des 16-jährigen Erstangeklagten aussagen sollte, gibt es einen Beweis: eine Sprachnachricht.

Ansonsten gestaltet sich die Sache schwierig. Die Zeugen sind bei der Aufklärung keine große Hilfe.

„Dieses Beweisverfahren ist eine Katastrophe. Jeder sagt hier irgendwas“, so der Verteidiger. Er beantragt einen Freispruch. Zwei der drei Angeklagten bekommen diesen auch, im Zweifel. „Ich habe keine Ahnung, was an dem Tag passiert ist“, sagt der Jugendrichter. Für die Drohungen gibt es keine Beweise und das mutmaßliche Opfer konnte sich an kaum etwas erinnern. Einen Freispruch hätte es deshalb für den bereits vorbestraften Erstangeklagten auch gegeben, wäre da nicht diese Sprachnachricht gewesen.

Der Richter verurteilt ihn zu neun Monaten bedingter Haft mit dreijähriger Probezeit sowie zu einer Geldstrafe von 720 Euro. Das Urteil ist nicht rechtskräftig.