Im Suff über die Gattin hergefallen. Voll berauscht wollte 39-Jähriger seine Ehefrau vergewaltigen. Vor Gericht setzte es bedingte Strafe und Einweisung.

Von Claudia Stöcklöcker. Erstellt am 06. November 2019 (03:31)
Tinnakorn jorruang/Shutterstock.com
Symbolbild

„Unsere Ehe war gut und schlecht. Schlecht wegen der Trinkerei“, sagt ein 39-Jähriger aus dem Bezirk Tulln. Massiver Alkoholkonsum zerstörte seine Ehe. Weil der Mann heuer im Juni alkoholisiert über seine Frau hergefallen ist, sitzt er wegen versuchter Vergewaltigung vor einem Schöffensenat.

Was damals vorgefallen ist, daran erinnert sich der 39-Jährige kaum. „Ich weiß, dass ich an diesem Wochenende eine Kiste Bier getrunken habe und ich habe einzelne Bilder im Kopf“, erzählt er im Prozess am Landesgericht. Wegen Streits sei der 39-Jährige von Zuhause schon weggewiesen worden, sagt er. „Ich bin wieder zurück. Es ist dann besser geworden zwischen mir und meiner Frau, doch dann ist es wieder bergabgegangen.“

„Wenn du dich wehrst, bist du selber schuld!“

„Der Angeklagte wollte damals im Sommer Sex. Sie wollte nicht“, erzählt die Opferanwältin. Und die Juristin sagt weiters: „Er hat sie auf die Couch gestoßen, ihr das Leiberl runtergerissen. Sie wollte sich befreien, das ist ihr nicht gelungen. ,Wenn du dich wehrst, bist du selber schuld’, hat er gesagt. Und dann ist Polizei dagestanden.“

Die Ordnungshüter alarmierte ein anonymer Anrufer, nachdem dieser Streitigkeiten wahrgenommen hatte.

Polizisten waren dann rasch zur Stelle. „Die Haustür war nicht verschlossen, wir sind hinein. Beide sind auf der Couch gesessen. Die Frau war erschüttert, hat gezittert, war weinerlich. Er war sehr alkoholisiert, einvernehmen hätten wir ihn nicht können“, so ein Polizist.

Der 39-Jährige wird zu einem Jahr bedingter Freiheitsstrafe verurteilt. Weiters wird die Unterbringung in einer Anstalt für entwöhnungsbedürftige Rechtsbrecher ausgesprochen. Weisungen werden erteilt. „Die Tat wurde in voller Berauschung begangen. Zurechnungsfähig war der Angeklagte nicht“, so die vorsitzende Richterin. Rechtskräftig.