Konstantin Wecker zu Gast auf der Donaubühne. Donaubühnenmanager Erich Schindlecker durfte den Liedermacher und Komponisten Konstantin Wecker am lauen Sommerabend auf der Donaubühne begrüßen. „Ich bin wahnsinnig erfreut hier zu sein, war auch schon vor dem Auftritt in der Donau schwimmen“, erklärte Wecker, der mit seinem „Wunschteam“, dem Kammerorchester der Bayerischen Philharmonie gekommen war.

Von Helga Urbanitsch. Erstellt am 23. Juli 2019 (15:42)
Helga Urbanitsch

12 Musiker aus neun Nationen brachten die Bühne zum mit klassischen und rockigen Tönen zum Schwingen.
„Ich schrieb ein Plädoyer für die Ohnmacht“ so der Künstler. „Versagen wir, verweigern wir. Die Welt braucht Idealisten, Visionäre und Träumer“, ist eine seiner starken Aussagen.

In seinem aktuellen Programm „Weltenbrand“ erhebt Konstantin Wecker seine Stimme gegen Krieg, Ignoranz und den weltweit drohenden Faschismus. Er las Texte vom „innig verehrten und heiß geliebten“ Rainer Maria Rilke sowie Passagen aus Brechts Werken.
Viel Applaus gab es zum von ihm vertonten Brecht-Gedicht „Vom Schwimmen in Seen und Flüssen“. „Wehrt euch, empört euch, wer kämpft, kann verlieren, wer nicht kämpft, hat schon verloren“.

„Es ist eine grenzenlose Welt, in der ich leben will.“Wecker

Konstantin Weckers Texte zum Niederknien und die imposanten klassischen Klänge der Bayrischen Philharmonie gaben dem Donaubühnen-Publikum immer wieder Anlass zu lang anhaltendem Zwischen-Applaus. „Nationalismus ist eine lebensbedrohliche Seuche, Patriotismus, das ganze im Folkloregewand“, schmettert Wecker ins Publikum.
Und weiter: „Es ist eine grenzenlose Welt, in der ich leben will.“

Nur eine 15-minütige Pause unterbrach das geballte Programm, das erst nach 23 Uhr endete. Konstantin Wecker, in Bestform, begeisterte auch mit italienischen Liedern. Mit dabei Lucio Dallas Welthit „Caruso“. Aus seinem Buch, seiner Biografie „Das ganz schreckliche Leben“ zitierte er: „Nein, ich hör nicht auf zu träumen, ich danke dir Leben, hast mir so viel gegeben, eine Stimme zum Singen bringt die Worte zum Klingen.“

Beim Lied „Parolen keine Chance“, der Europahymne aus Beethovens Feder und Weckers Text gab es Standing Ovation.
Gemeinsam mit dem Publikum wurde der Schlusssong zelebriert: „Lasst uns jetzt zusammen stehen, es bleibt nicht mehr so viel Zeit, lasst uns lieben und besiegen wir den Hass durch Zärtlichkeit.“