Lebenslang nach Mord. 14 Mal stach 36-Jähriger mit einem Dolch auf einem Parkplatz auf seine Ehefrau ein. Ein Geschworenensenat verhängte über den Mazedonier die Höchststrafe.

Von Claudia Stöcklöcker. Erstellt am 13. Juni 2019 (17:39)
APA/Helmut Fohringer
Der Angeklagte am Mittwoch, 5. Juni 2019, anl. des Prozesses wegen Mordes am Landesgericht St. Pölten. Der 36-Jährige soll seine 32 Jahre alte Ehefrau im Jänner auf einem Parkplatz in Tulln mit einem Dolch erstochen haben.

„Wenn ich meine Kinder sehen hätte können, hätte ich sie nicht umgebracht“, sagt ein Mazedonier (36) vor Geschworenen. Heuer, am 21. Jänner, lauerte er seiner Frau (32) auf einem Supermarkt-Parkplatz in Tulln auf und stach zu.

„Er hat den Dolch ausgepackt, hat sie angesprochen, ihr das Handy aus der Hand geschlagen. Sie wollte weglaufen. Fünf Mal hat er dann von hinten eingestochen, neun Mal von vorne. Er hat dabei die Klinge des Dolches abgebrochen“, sagt die Staatsanwältin im Prozess am Landesgericht.

Und: „Den Dolch hat er in ihr stecken lassen, gewartet, bis die Polizei kommt. Die Frau ist an Ort und Stelle verblutet. Sie wollte sich aus einer Gewaltehe befreien, das ist ihr nicht gelungen.“

„Jeder Schritt in die Emanzipation war ein Schritt näher zu ihrem Tod.“ Rechtsanwältin im Prozess am Landesgericht

Strafe wegen fortgesetzter Gewaltausübung fasst der Mazedonier bereits 2017 aus. Heuer am 6. Jänner wurde er von Zuhause weggewiesen. Nach der Trennung habe er darunter gelitten, seine beiden Kinder nicht mehr zu sehen, sagt er im Prozess. Mit seiner Frau habe er deswegen sprechen wollen, via Handy sei sie aber nicht erreichbar gewesen. Den zweischneidigen Dolch kaufte der Angeklagte wenige Stunden, bevor er seine Frau ums Leben brachte. Ob ihm die Tat leidtut? „Ich habe meine Kinder ohne Vater zurückgelassen“, so der Mazedonier.

„Jeder Schritt in die Emanzipation war ein Schritt näher zu ihrem Tod“, meint eine Rechtsanwältin. Als Privatbeteiligtenvertreterin fordert sie Schmerzensgeld für die Familie der Getöteten und „die Höchststrafe. Generalpräventiv, weil das Töten von Frauen nicht aufhört“.

„Dem Angeklagten sind die Sicherungen durchgebrannt“, erklärt der Verteidiger

Die acht Geschworenen befinden den 36-Jährigen einstimmig des Mordes schuldig. Der Senat verurteilt ihn zu lebenslanger Haft. „Bei der Strafbemessung sind Auswirkungen der Tat zu berücksichtigen. Kinder müssen jetzt ohne Eltern leben“, so der dem Senat vorsitzende Richter. Und: „Die Strafe soll andere abhalten.“ Symbolisches Schmerzensgeld wird zugesprochen. Gegen das Urteil legt der 36-Jährige sofort Berufung wegen Strafhöhe ein.