Lehrer-Umfrage: „Besser konzentriert in Kleingruppen“

Tulln: 76,8 Prozent der Befragten meldeten, dass die Aufmerksamkeit der Schüler in coronabedingten Kleingruppen gestiegen sei. Soziale Kontakte gehen aber teilweise verloren.

Erstellt am 25. Juli 2020 | 03:30
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Foto: GUNDAM_Ai/Shutterstock.com

„LernQuadrat“ präsentierte eine aktuelle Umfrage, in der deutlich hervorging, dass die Aufmerksamkeit in den kleinen Gruppen stark gestiegen sei und besonders schwächere Schüler von der Klassenteilung profitierten.

Auch an der Handelsakademie und Handelsschule Tulln wurden nach der coronabedingten Schulschließung die Jahrgänge und Klassen mit mehr als 18 Schülern geteilt und es gab an geraden und ungeraden Tagen verschiedene Klassen im Haus.

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Birgit Sibral, Lehrerin an der NNöMS1/MMS Tulln
privat

Wenn die Lerngruppe kleiner ist, steigt selbstverständlich die Aufmerksamkeit und zwar in beide ‚Richtungen‘: Die Schüler sind konzentrierter und achten mehr auf das, was im Unterricht passiert. Dadurch, dass im Sinne des notwendigen Abstandes auch jeder einen eigenen Tisch zur Verfügung hatte, war alleine schon durch die räumliche Trennung die Aufmerksamkeit durch geringere Ablenkungsgefahren eine andere“, so Helfer. So wie viele Lehrer hofft auch er, dass Schule wieder ein Ort des „sozialen Interagierens zwischen Lehrer und Schüler sein wird und nicht das Auseinanderhalten, sondern das sich Zusammensetzen und sich mit etwas auseinandersetzen im Zentrum steht.“

Birgit Sibral, Deutschlehrerin in der NNöMS1 Tulln machte ebenfalls gute Erfahrungen mit Kleingruppen.

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Christoph Helfer, Lehrer an der HAK/HAS Tulln
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„Man konnte wesentlich mehr auf Individualität eingehen, die Schüler waren besser konzentriert“, so die Lehrerin, die betonte, dass nicht nur die schwächeren Schüler von der geringen Schülerzahl profitierten, sondern auch die sehr Begabten. „Allerdings waren meine Schüler sehr traurig, sich bis zum Schulschluss nicht im kompletten Klassenverband sehen zu können“, fügte Sibral, Klassenvorstand der Abschlussklasse hinzu. Falls die Kleingruppen im Herbst weiter Thema sind, so wäre laut Sibral das Reißverschluss-Prinzip der Gruppenaufteilung an den einzelnen Tagen besser. „Die Schüler sind so besser im Schulalltag integriert.“