„Maria singt Bill“ im Danubium. Die zarte Künstlerin mit der großen Stimme gastiert begleitet vom Musiker-Trio Dobrek, Hornek und Tausch mit „Maria singt Bill“ im Danubium Tulln.

Von Thomas Peischl. Erstellt am 20. Februar 2020 (03:10)
Maria Bill singt am 27. Februar ihre zeitlosen Lieder mit veränderter Klangfarbe.Begleitet wird sie von einem virtuosen Musikertrio, nämlich Krzysztof Dobrek am Akkordeon, Michael Hornek am Piano und Andi Tausch an der Gitarre.
Gabriela

Vorsicht! Das Risiko, sich beim nächsten Satz einen Ohrwurm einzufangen, ist nicht zu unterschätzen: „I mecht so gern landen, mecht in deiner Nähe bleib‘n …“ Richtig, es handelt sich um den größten Hit von Maria Bill, einem Klassiker der Austro-Pop-Rock-Geschichte. Diesen und andere wie „Kaktus“ oder „Café de Flore“und auch weniger bekannte Chansons der zarten Künstlerin mit der großen Stimme wird es am Donnerstag, 27. Februar, ab 19.30 Uhr im Danubium zu hören geben.

Gemeinsam mit den virtuosen Musikern Krzysztof Dobrek am Akkordeon – auch bekannt durch seine Band „Dobrek Bistro“ – mit Michael Hornek am Piano und dem Gitarristen Andi Tausch, hat die Bill ihren Werken neue Arrangements auf die teils fragilen, teils kräftigen Klangbilder maßgeschneidert.

Von Poesie bis zu lauteren Klängen

„In dieser Besetzung können sich ganz zarte Töne entfalten. Die Pop-, Rockformationen empfand ich oft als zu laut“, sagt die Bill im Gespräch mit der NÖN. Mit dem neuen Trio ist die ganze Bandbreite an Musik möglich, von zarter Poesie bis zum powervollen Rocksong.

Den Anstoß zu „Maria singt Bill“ im Trio, gab übrigens das Lied „Café de Flore“. In einer improvisierten Session packte Dobrek sein Akkordeon aus und spielte mit. „Durch sein Instrument, sein Spiel wurde mir klar, dass das Lied endlich dort angekommen ist, wo es spielt, nämlich in Paris“, erklärt die polyglotte Künstlerin. Paris, die Stadt, in der sie einst die Theaterschule von Jacques Lecoq besuchte, und die in ihrer Karriere auch durch ihre viel beachtete Verkörperung der Edith Piaf eine große Rolle spielte.

Geboren und aufgewachsen ist die Bill mit ihren drei Schwestern im internationalen Kinderdorf Pestalozzi im schweizerischen Appenzell - mit Kindern aus 12 Nationen. Ihre Eltern arbeiteten im Dorf, ihr Vater, Arthur Bill leitete 25 Jahre lang die Geschicke des Dorfes, das nach dem zweiten Weltkrieg für Waisenkinder aus 12 Nationen gegründet wurde. „Daher meine Leidenschaft für Sprachen, für Weltmusik.“

Nach ersten Engagements in Zürich und Berlin zog es sie nach Wien. Vom Schauspielhaus bis zum Burgtheater spielte sie in allen großen Häusern. Neben ihrer Musik- und Theaterlaufbahn war die Bill auch in zahlreichen Film- und Fernsehrollen zu sehen, u.a. in den Kultserien „Kottan ermittelt“ und „Trautmann“. Auch für Hörspiele und Musikproduktionen war ihre markante Stimme gefragt, so lieh sie diese beispielsweise der Hauptfigur in Mira Lobes „Valerie und die Gute-Nacht-Schaukel“.

In Konzerten lässt sie in ihre Seele blicken

Aber zurück zu ihrem Konzert in Tulln: Warum sollte jemand, der sie und ihre Lieder noch nicht kennt, ins Danubium kommen? „Wer neugierig ist, einen Menschen in all seinen Facetten kennenzulernen, der von seinen Ängsten und Sehnsüchten singt, vom Scheitern, das zum Leben gehört, von Endlichkeit und explodierenden Glücksgefühlen des Augenblicks, den lasse ich mit meinen Liedern, auf meine mir eigene Art in die Seele schauen“, antwortet die Bill.

Und Facetten hat sie wahrlich viele zu bieten: Vom ungestümen Temperament bis zur Verzweiflung, die einen in bestimmten Momenten überfällt, von der Erkenntnis der Endlichkeit und vom Wissen um die wenigen Besitzenden, die in letzter Konsequenz, über Leichen gehen, um zu „behalten“. Lieder wie „Was werden die singen“ oder „Gewissen“ erzählen davon. Genauso finden sich im Repertoire aber auch die fröhlichen Momente, die Liebe und die Sonneninseln des Lebens. Zu Letzteren zählt die Bill auch ihre Konzerte, „das Erlebnis mit dem Publikum, das sind die beglückenden Momente: Ich freue mich auf Tulln!“ E&A und die Tullner NÖN verlosen 2x2 Tickets. Wer bis Freitag, 21. Februar, um 10 Uhr eine E-Mail an redaktion.tulln @noen.at schickt, hat vielleicht schon gewonnen.