Mit Handy in den Kreisverkehr. Auf Bundesstraßen, Langenlebarner- und Staasdorfer Straße sind meiste Unfälle mit Personenschaden passiert.

Von Martin Gruber-Dorninger. Erstellt am 03. August 2018 (02:17)
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Symbolbild

Rund 80 Mal hat es im Vorjahr im Tullner Stadtgebiet derart gekracht, dass auch Personen zu Schaden gekommen sind. Diese Unfälle veröffentlichte die Statistik Austria nun auch in Form einer Unfallkarte. Darauf wurden auch die Arten der Crashs aufgeschlüsselt. Die NÖN sprach auch mit dem Verkehrsbeauftragten der Bezirks-Polizei Leopold Heindl.

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Wenig überraschend kam es vor allem auf den Bundesstraßen 19a und 14 zu Kollisionen, mit reiner Pkw-Beteiligung. Im Stadtzentrum gerieten auch oftmals Verkehrsteilnehmer aneinander, die auf unterschiedliche Weise unterwegs waren. Dazu zählen Fußgänger, Radfahrer, Moped- und Motorradfahrer und auch Autofahrer. Diese Konfrontationen passierten häufig an der Lagenlebarner- und der Staasdorfer Straße. „Von Unfallhäufungspunkten kann man nur sehr schwer reden. Das sind Straßen an denen sich mehrere Kreuzungen befinden. An diesen Straßen passieren mehr Unfälle“, analysiert Leopold Heindl.

Wirkliche Häufungspunkte würden im gesamten Bezirk über fünf oder sechs Jahre erfasst. „Bei Bedarf setzt sich die Bezirkshauptmannschaft mit den Dienststellen zusammen. Gemeinsam mit einem Sachverständigen werden Maßnahmen erarbeitet“, so Heindl. Diese wären Geschwindigkeitsbegrenzungen, Bodenmarkierungen und in Sonderfällen werden sogar Straßen umgebaut.

„Ich verstehe nicht, dass sich manche weigern eine Freisprecheinrichtung zu installieren und stattdessen dann lieber 50 Euro Strafe zahlen.“ Leopold Heindl

Unangepasste Fahrgeschwindigkeit und Ablenkung sieht die Polizei als häufigsten Grund für Unfälle. Wirklich gefährlich wären, laut Heindl aber die Kreisverkehre, beziehungsweise das Verhalten der Verkehrsteilnehmer davor und darin. „Mit dem Handy hantieren, blinken, schalten und aufpassen. Das kann sich niemals ausgehen. Wir kontrollieren daher regelmäßig bei Kreisverkehren“, sagt Heindl, der vor allem dort Schwerpunktkontrollen setzt. „Ich verstehe nicht, dass sich manche Fahrer weigern eine Freisprecheinrichtung zu installieren und stattdessen dann lieber 50 Euro Strafe zahlen, wenn sie erwischt werden“, ist Heindl über so manchen Autofahrer verwundert.

Doch auch im Zusammenspiel verschiedener Verkehrsteilnehmer hat Heindl schon so Manches erlebt. „Zwischen Autofahrer, Radfahrer und Fußgänger sollte grundsätzlich Tolreanz herrschen. Wenn aber jemand im Auto sitzt., dann ist er Autofahrer, fährt er dann Fahrrad, ist er Radfahrer und geht er zu Fuß, eben Fußgänger“, fasst Heindl das Problem zusammen. Vor allem im Stadtzentrum kommt es da zu unliebsamen Begegnungen, die oft auch mit Verletzungen enden.

„Radfahrer dürfen viel, sie machen aber auch Dinge, die sie nicht dürfen“

„Radfahrer dürfen viel, sie machen aber auch Dinge, die sie nicht dürfen“, spricht Heindl das Fahren gegen die Einbahn oder auf Gehwegen an. Die Stadtgemeinde sei hingegen sehr bemüht die Problemzonen baulich zu reduzieren, doch das reiche oft nicht aus. „Es geht aber nur miteinander im STraßenverkehr“, so Heindl .