Sauberes Trinkwasser: Schnelltest für das Feld. Ein wissenschaftlicher Projektmitarbeiter begab sich nach Malawi, um Klärschlamm zu untersuchen. Das kann künftige Leben retten – bei Erfolg.

Von Martin Gruber-Dorninger. Erstellt am 16. September 2017 (05:08)
Eine typische Kläranlage. Doch ob sie funktioniert, verrät nur ein mikrobieller Test. Diese waren bisher sehr aufwendig.
NOEN, Bousek/Boku

Einen Monat lang verbrachten Johannes Bousek und sein Team nun im afrikanischen Malawi. Dort machte er nicht Urlaub oder ging auf Safari, nein, er arbeitete dort, und zwar im Dienste der Wissenschaft. Der Schlamm hat es ihm angetan. Was sich zunächst ein bisschen ekelig anhört, ist überlebenswichtig und genau dafür sorgt das Projekt MicrobialSludgeQuality (MSQ) – die Qualität und Beschaffenheit des Schlamms im Bezug auf Mikroorganismen.

Johannes Bousek ist der Keimzahl im Klärschlamm auf der Spur.
NOEN

Angenommen es kommt zu einer Naturkatastrophe, irgendwo auf der Welt. Erdbeben, Hurricane, Überflutung, Tsunami, ... . Das Erste das benötigt wird, um die Menschen im Katastrophengebiet zu versorgen, ist Wasser. Dieses soll nicht irgendein Wasser sein, es soll möglichst frei von Keimen sein, die die Menschen schwächen oder gar töten. Die Menschen gehen davon aus, dass Kläranlagen stets funktionieren und sauberes Wasser liefern. Aus diversen Gründen, vor allem nach Umweltkatastrophen, ist dies nicht gewährleistet. Aus Unwissen und aus Mangel an Alternativen greifen viele Menschen dennoch zum Wasser und fangen sich so eine Krankheit ein.

Rotes Kreuz arbeitet an Entwicklung mit

Johannes Bousek, der wissenschaftlicher Projektmitarbeiter am BOKU-Institut für Umweltbiotechnologie am Technopol Tulln ist, will genau das verhindern. Wie? Mit einem Schnelltestverfahren, das ein regelmäßiges und unkompliziertes Beproben und Analysieren des Klärschlammes möglich macht. Am besten mitten im Feld, möglichst schnell und einfach.

Diese Methode wird nun gemeinsam mit dem Roten Kreuz Österreich erarbeitet. Bousek ist selbst Freiwilliger beim Roten Kreuz und weiß auch hier worauf es im Ernstfall ankommt – nämlich : „Im Prinzip ist es ganz einfach. Wir wollen messen wie viele Keime das Wasser beinhaltete, wenn es in die Kläranlage hineinkommt und dann wie viele, wenn es die Kläranlage wieder verlässt.“

Bei einer Expedition in Malawi wurde die Funktionstauglichkeit eines Schnelltests nun auf die Probe gestellt. Erste Ergebnisse sehen bereits vielversprechend aus.