Teenager kann das Rauben nicht lassen. 15-Jähriger wollte Jugendlichen die Geldbörsen rauben. Gericht verurteilte den vorbestraften Burschen zu drei Monaten Haft.

Von Claudia Stöcklöcker. Erstellt am 27. November 2019 (13:49)
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„Wir haben hier einen alten Bekannten sitzen. Bereits im Oktober wurde er wegen schweren Raubes, gefährlicher Drohung und Einbruch verurteilt. Sechs Tage vor dieser Verhandlung hat er sich entschlossen, einen weiteren Raub zu begehen“, sagt eine Staatsanwältin in einem Prozess gegen einen 15-Jährigen.

Bei einer Bushaltestelle in Tulln wollte der Teenager aus dem Bezirk drei Jugendlichen die Geldbörse rauben. Mit Schlägen drohte er und einen der Burschen packte er am Kragen und drückte ihn gegen eine Wand. Einem anderen verpasste er einen Faustschlag in den Bauch und eine Ohrfeige. Beute machte der 15-Jährige keine, die Opfer flüchteten.

Im Prozess am Landesgericht in St. Pölten bereut der Teenager, gibt alles zu und erzählt von einem Disput zwischen Jugendlichen. „Es ist ein Konflikt entstanden. Wir haben die anderen provoziert und ich habe mich hineingesteigert. Geld hätte ich gar keines gebraucht“, sagt er. Um Milde bittet seine Verteidigerin. „Willensschwach ist er. Ein anderer hat begonnen und er hat mitgemacht, um gut dazustehen“, so die Anwältin.

Der Richter verurteilt den 15-Jährigen zu neun Monaten teilbedingt verhängter Freiheitsstrafe. Der unbedingte Teil davon beträgt drei Monate. Weil der Angeklagte schon über 60 Tage in U-Haft verbüßt hat, wird er auf Bewährung entlassen und darf nach Hause gehen. Ein Anti-Gewalt-Training muss er absolvieren. Das Urteil ist nicht rechtskräftig.