Tulln

Erstellt am 09. November 2018, 03:56

von Claudia Stöcklöcker

Teenie zückte Faust. 19-Jähriger sah rot und schlug zu, das Opfer blieb bewusstlos liegen. Vor Gericht setzte es 180 Stunden gemeinnützige Leistung.

Symbolbild  |  Shutterstock.com, Sayan Puangkham

„Ich war mit Freunden bei einem Clubbing in Tulln beim Messegelände, wir haben Alkohol getrunken und dann zum Spaß Passanten mit Wasser besprüht“, erzählt ein 19-Jähriger aus dem Bezirk. Letzteres gefiel einem Tullner (48), der gerade mit seinem Rad vom Clubbing nach Hause fuhr, nicht. Er revanchierte sich für die kalte Dusche mit einem Tritt gegen das Auto des 19-Jährigen. Darob rastete der Jugendliche aus, fuhr dem 48-Jährigen nach und schlug ihn nieder.

Schwere Körperverletzung wird dem 19-Jährigen nun vorgeworfen in einem Prozess am Landesgericht. „Ich habe überreagiert“, sagt er und bereut nun zutiefst.

Für den 48-Jährigen hatte die Attacke Folgen. Durch den Schlag stürzte er, fiel mit dem Kopf auf Asphalt und blieb mit Platzwunde und Gehirnerschütterung bewusstlos liegen.

Couragierter Zeuge schnappte den Täter

„Danach hatte ich Angstzustände, ich wollte kaum mehr rausgehen“ erzählt Opfer vorm Richter. Und sagt weiters: „Ich wusste ja nicht, wer das getan hat. Wenn man dann in einem Kaffeehaus sitzt und daneben Jugendliche, da überlegt man schon, ob einer von denen es vielleicht war.“

Dass der Täter geschnappt wurde, ist einem Anrainer (25) zu verdanken. „Ich hab’ schon geschlafen und bin von lautem Reifengequietsche wach geworden. Vom Fenster aus habe ich alles gesehen. Ich bin rausgerannt, da wollte der Angeklagte wegfahren. Ich habe ihn daran gehindert, Polizei und Rettung gerufen“, schildert er.

„Zivilcourage! Endlich jemand, der die zeigt. Das machen viel zu wenige“, lobt der Richter das vorbildliche Verhalten des 25-Jährigen.

Weil der Angeklagte unbescholten ist, kommt er mit Diversion davon. 180 Stunden gemeinnützige Leistung muss er erbringen und an das Opfer 4.000 Euro berappen.