Unberechenbarer Auwald: Risiko bleibt. Das Eschensterben setzt sich weiter fort. Trotz umfassender Kontrollen ist die Suche nach den ersten Schneeglöckchen heuer nicht ganz ungefährlich.

Von Doris Firmkranz. Erstellt am 03. März 2017 (04:10)
NOEN, Firmkranz
Heimtückisch: scheinbar gesunde Bäume faulen von innen heraus.

Die ersten warmen Sonnenstrahlen haben auch die ersten Schneeglöckchen in den Auwäldern wach geküsst. In Scharen schwärmen Spaziergänger (unter ihnen viele Kinder) aus, um mit einem kleinen Strauß Frühlingsboten – mehr ist nicht erlaubt, sie stehen unter Naturschutz! – ins traute Heim zurückzukehren. Die meisten dürften jedoch kaum ahnen, welche Gefahr mit so einem scheinbar harmlosen Ausflug in die Au verbunden ist.

Pilz bedroht den heimischen Eschenbestand

Wie die NÖN bereits ausführlich berichtete, bedroht ein Pilz den heimischen Eschenbestand. Heimtückisch ist, dass man den Bäumen äußerlich nichts ansieht, sie aber doch jederzeit ohne Vorwarnung umstürzen.

Für Stadtgärtner Mario Jaglarz hält sich die Gefahr in Grenzen, zumindest was den Auwald im Stadtgebiet betrifft: „Der komplette Baumbestand im Bereich Wasserpark wurde einer Kontrolle unterzogen und dann entsprechende Maßnahmen umgesetzt“, – sprich, dort wo notwendig, auch gefällt. Vor allem die Wege seien „verkehrssicher“ gemacht worden.

Winter stand im Zeichen der Sicherheit

„Man war den Winter über bemüht, größtmögliche Sicherheit herzustellen“, versichert auch Bezirksförster Roland Jaggler, „davon zeugen Berge von gefällten Eschen überall am Wegrand.“ Nach Ablauf der Sperrfristen im Frühjahr werde erneut begutachtet und wenn nötig verlängert. Jaggler weiß, dass mancherorts Hinweistafeln einfach über Nacht „verschwinden“ und hofft auf das Verständnis der Erholungssuchenden.

„Bei den Sperren handelt es sich keineswegs um behördliche Willkür. Bei großer Windstärke und abseits von Wegen erhöht sich die Gefahr wesentlich, und außerdem haftet man dann im Falle des Falles selber.“

Der Bezirksförster macht aber auch auf eine andere Gefährdung aufmerksam: „Ende Februar/Anfang März bekommen die Wildschweine Nachwuchs. Und wenn die Bachen ihre Frischlinge bedroht sehen, können sie ganz schön aggressiv werden!“