Winterdienst: So viel wie nötig, so wenig wie möglich. Winterdienst in Tulln: Moderne Ausrüstung garantiert Sicherheit auf den Verkehrswegen bei gleichzeitiger Schonung der Umwelt.

Von Doris Firmkranz. Erstellt am 16. Februar 2021 (17:44)
Bernhard Spärk, Bauhof-Leiter Florian Pauser, Martin Sarközi und Christian Jauker sind derzeit voll im Einsatz.
Firmkranz

In strahlendem Weiß präsentieren sich zurzeit Straßen, Gehsteige, Garageneinfahrten und Parkplätze. Die Ursache liegt nicht an einem vorgezogenen Frühjahrsputz. Vielmehr handelt es sich um Folgen der Salzstreuung.

„Viele Leute rufen an und fragen, ob es wirklich notwendig sei, so viel Salz aufzubringen“, berichtet der Leiter der Straßenmeisterei Michael Bamberger. Tatsächlich sei jedoch der Verbrauch von Streusalz in den letzten Jahren kontinuierlich gesunken.

Das Salz schadet auch Hundepfoten

Großzügig mit dem Einsatz von Salz geht man mitunter in Wohnhausanlagen, die größtenteils von privaten Dienstleistungsunternehmen betreut werden, um. Dementsprechend leiden angrenzende Grünflächen. Das traurige Ergebnis sieht man im Frühjahr. Auch Auto- und Hundebesitzer wissen ein Lied über die Auswirkungen exzessiver Salzstreuung zu singen.

Als ökologische Gartenstadt fühlt sich die Stadtgemeinde Tulln einem verantwortungsvollen Umgang mit der Natur das ganze Jahr über quasi verpflichtet. Gleichzeitig muss für Sicherheit im öffentlichen Raum gesorgt sein. Hier lautet das Motto: So viel wie notwendig – so wenig wie möglich.

Bauhofleiter Florian Pauser: „Wir arbeiten im Winterdienst vor allem mit Feuchtsalz (einer Mischung aus Salz und Sole) und Sole (Salzlösung mit extrem geringem Salzanteil). Dadurch wird das Salz nicht aufgewirbelt, sondern haftet auf der Straße und wirkt sofort.“

Die Stadtgemeinde hat zur Optimierung des Winterdienstes in den letzten Jahren etliche Investitionen getätigt, etwa in eine eigene Aufbereitungsanlage für Sole, sodass diese nicht mehr fertig angekauft werden muss. Je nach Temperatur und je nach Straße bzw. Weg kann die Salzmenge gezielt variiert werden. Insgesamt werden so bis zu 75 Prozent Salz gespart.

Das freut auch die Umwelt. Auf Streusplitt kann dennoch nicht ganz verzichtet werden. Er ist langfristiger wirksam als Salz. und auf jenen Straßen im Einsatz, auf denen geringe Geschwindigkeiten bzw. wenig Verkehr herrschen.

Grundsatz: Fahrweise Bedingungen anpassen

Für Bürger gilt es zu beachten:

  • Trotz unzähliger Einsatzstunden kann der Winterdienst nicht überall gleichzeitig sein, deshalb Fahrweise den Gegebenheiten anpassen!
  • Geparkte Fahrzeuge dürfen nicht in die Fahrbahn ragen.
  • Halte- und Parkverbote mit dem Hinweis „Bei Schneefall“ sind freizuhalten – hier lagert der Winterdienst den geräumten Schnee.
  • Im Ortsgebiet müssen Eigentümer von Liegenschaften zwischen 6 und 22 Uhr Gehsteige von Schnee räumen und streuen. Ist kein Gehsteig vorhanden, muss der Straßenrand in der Breite von einem Meter geräumt und gestreut werden.