Fünf tote Katzen in nur sechs Tagen. Das Gespenst „Katzenvergifter“ geht derzeit im südwestlichen Tullnerfeld um. Amtstierarzt gibt Entwarnung.

Von Doris Firmkranz und Gabi Gröbl. Erstellt am 01. Februar 2017 (05:43)
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Die toten Katzen wurden am Straßenrand oder am Gehsteig aufgefunden.

Katzenbesitzer in Raum Pixendorf sind derzeit vorsichtig mit dem Freigang ihrer Samtpfoten. Mit vermehrtem Speichelfluss wurden tote Tiere aufgefunden, was auf eine Vergiftung schließen ließe.

Beatrice Aigner, Obfrau des Tierschutzvereines Klosterneuburg nahm sich der Sache an und brachte zwei Tiere zur Obduktion. „Bei einer Katze wurde ein Leberriss festgestellt. Eine derartige Verletzung kann von einem Autounfall kommen, oder von einem Tritt. Ich konnte keine Spuren von einem Autounfall feststellen.“

Atzelsdorf: Tiere mit Luftdruckgewehr abgeschossen

Amtstierarzt Christoph Hofer-Kasztler, der die Obduktion durchgeführt hat, ist anderer Meinung: „Beide Katzen wiesen ein stumpfes Trauma auf, das unmöglich von einem Tritt stammen kann. Nach Prüfung des Mageninhaltes kann bei beiden Tieren auch eine Vergiftung ausgeschlossen werden.“

Dennoch könnte es sein, dass ein Tierhasser die Katzen verletzt hat. In Atzelsdorf wurden Katzen mit einem Luftdruckgewehr angeschossen, einige Tiere gelten als vermisst. Bei den ansässigen Tierärzten sind keine Notfälle in Sachen Vergiftungen eingegangen. Tierärztin Barbara Horvath aus Michelhausen: „Es sind schon auffallend viele tote Katzen. Die Todesursache kann nur durch eine Obduktion festgestellt werden. Vermehrter Speichelfluss kann auch von Krankheiten ausgelöst werden.“

Bei der Polizei Atzenbrugg sind keine Anzeigen eingegangen. Bezirksinspektor Bernhard Schilcher: „Bei Verdacht auf Tierquälerei kann die Polizei ermitteln, braucht aber Anzeige und Hinweise.“

Beatrice Aigner appelliert deshalb abschließend: „Wir bitten die Bevölkerung, Augen und Ohren offen zu halten.“