Tullnerin saß auf Mauritius fest. Uli Werzinger, Grande Dame der Tullner Kunstwerkstatt, wollte ursprünglich bis 15. April auf der Insel bleiben. Doch die aktuelle Lage veränderte alles und es war gar nicht so leicht, einen Heimflug zu ergattern.

Von Doris Firmkranz. Erstellt am 22. März 2020 (15:53)
Helmi Zeh und Uli Werzinger auf Mauritius. Mittlerweile sind die Tullnerinnen wieder wohlbehalten zu Hause angekommen.
privat

Auf sechs Wochen im Urlaubsparadies Mauritius hatte sich die Grand Dame der Tullner Kunstwerkstatt Uli Werzinger schon lange gefreut. Gemeinsam mit einem befreundeten Ehepaar, ebenfalls aus der Bezirkshauptstadt, war die unternehmungslustige Seniorin Anfang März auf der Insel im Indischen Ozean eingetroffen. Die anfängliche Unbeschwertheit fand jedoch bald darauf ein jähes Ende, als das Trio vom wahren Ausmaß des bei ihrer Abreise gerade eben erst ins Gespräch gekommenen Coronavirus erfuhr.

Coronavirus erreichte auch die Insel

Während ihre Mitreisenden aufgrund alarmierender Meldungen aus der fernen Heimat vorzeitig den Rückflug antraten, entschloss sich Werzinger, bis zum geplanten Abreisetermin nach Ostern - geplant war der 15. April - auf der Insel zu verbleiben. „Zuerst dachte ich, auch wenn ich nicht die einzige hier bin, bin ich noch immer sicherer und besser geschützt als zu Hause“, erzählt Werzinger, „ich konnte mir einen längeren Aufenthalt auf Mauritius durchaus vorstellen.“ Zu diesem Zeitpunkt verzeichnete man auf Mauritius noch keinen Coronafall. Doch das sollte sich bald ändern: Am 19. März lagen bereits drei bestätigte Fälle von Covid 19 auf der Insel vor. Doch so richtig stutzig wurde Uli Werzinger, als sie wenig später via Internet von einer möglichen Sperre des Flughafens erfuhr. „Ich versuchte noch, meinen Flug umzubuchen, was ursprünglich auch möglich gewesen wäre. Tatsächlich jedoch wurde mir das nicht mehr gestattet. Einen Tag nach dem Wiener wurde auch der Flughafen auf Mauritius gesperrt. Also musste ich einen anderen Weg finden, nach Hause zu kommen“, so Werzinger, die daraufhin mit der österreichischen Botschaft in Südafrika und mit dem Außenministerium Kontakt aufnahm. 

Zweifel an baldiger Rückkehr

Werzinger weiter: „Ich erhielt einen Code und man versicherte mir, man würde nicht vergessen und mich sicher abholen. Nur - wann der Flug, der die letzten Österreicher von Mauritius ausfliegen soll, stattfindet, konnte mir niemand sagen.“ Zu diesem Zeitpunkt warteten noch abertausende Menschen, die irgendwo gestrandet waren, auf einen Rücktransport in die Heimat. Werzinger zweifelte an einer baldigen Rückkehr, doch meinte die betagte Globetrotterin noch Mitte letzter Woche: „Ich fühle mich hier sicher und es hätte mir nichts ausgemacht, ein paar Tage länger zu bleiben.“

Donnerstagabend ging alles sehr schnell

Im fernen Tulln indes bemühte sich Eva Koloseus, Stadtpolitikerin und eine Großnichte Werzingers, vergeblich vom Außenministerium etwas über den geplanten Rückflug nach Österreich zu erfahren. Doch dann ging alles sehr schnell. Am Donnerstagabend wurde Uli Werzinger per E-Mail und SMS informiert, dass sie am nächsten Tag um 7 Uhr morgens am Flughafen sein sollte. Gegen Mittag hob dann das Flugzeug mit rund 300 Passagieren an Bord Richtung Heimat ab.

Die nächsten zwei Wochen wird Uli Werzinger in Heimquarantäne verbringen. „Mir geht es gut, bin guter Dinge“, versichert sie, „und ich habe keinerlei Symptome. Ich wünsche mir und allen anderen nur, gesund zu bleiben.“